Regionalnachrichten

Rheinland-Pfalz & Saarland Energieagentur nimmt neue Aufgaben in den Blick

Solarpanele stehen in einem Photovoltaik-Park. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

(Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild)

Mit dem Abschied von fossilen Brennstoffen wächst der Strombedarf. Ein besonderer Akzent liegt dabei auf dem Ausbau der Photovoltaik. "Wir müssen die ertragreichsten Flächen finden", sagt der Geschäftsführer der Energieagentur, Michael Hauer.

Kaiserslautern (dpa/lrs) - Ein längerer Name bedeutet mehr Aufgaben: Die Energieagentur Rheinland-Pfalz soll laut Koalitionsvertrag zur Energie- und Klimaschutzagentur weiterentwickelt werden, abgekürzt EKA.rlp. "Unser Ziel ist es nicht, größer zu werden", sagte Geschäftsführer Michael Hauer der Deutschen Presse-Agentur. "Vielmehr geht es darum, Kommunen, Unternehmen und anderen Partner auf dem Weg zur Klimaneutralität effizient zu unterstützen." Der neue Ansatz ermögliche ein ganzheitlicheres Herangehen.

"Ganz oben steht weiter das Ziel, die CO2-Emissionen zu reduzieren", betonte Hauer. Dabei seien aber auch positive Fördereffekte im Blick, etwa für die regionale Wertschöpfung. In den Jahren von 2016 bis 2020 sicherte sich die Energieagentur nach eigenen Angaben von EU und Bund rund 25 Millionen Euro an Fördermitteln, mit denen Investitionen von mehr als 70 Millionen Euro ausgelöst wurden.

Einen besonderen Akzent setzt die Energieagentur auf den Ausbau der Solarenergie - im Einklang mit dem Ziel der Landesregierung, die Windkraftkapazität bis 2030 auf eine Leistung von rund acht Gigawatt zu verdoppeln, die der Photovoltaik aber auf neun Gigawatt zu verdreifachen. "Wir reden hier lediglich über ein Minimum, um das, was wir als Energiebedarf haben, abdecken zu können", sagte Hauer.

Heute habe Rheinland-Pfalz einen Strombedarf von etwa 29 Terawattstunden. "Künftig brauchen wir mehr. Wir sehen ein Minimum von 37 Terawattstunden bis 2030." Grund sind die verschiedenen Prozesse der Transformation, um sich beim Heizen oder im Verkehr von fossilen Brennstoffen freizumachen.

Anstöße dafür soll auch der Kommunale Klimapakt geben, in dem die drei kommunalen Spitzenverbände, Ministerien, die Energieagentur und das Kompetenzzentrum für Klimawandelfolgen zusammenwirken. Für die Gestaltung des Photovoltaik-Ausbaus werde für Ende September eine Infoveranstaltung mit den kommunalen Spitzenverbänden vorbereitet.

Anders als beim komplexen Genehmigungsverfahren für Windkraftanlagen können die Flächen für die Stromerzeugung mit Sonnenenergie im Rahmen der kommunalen Bebauungsplanung eingerichtet werden. "Wir müssen die ertragreichsten Flächen finden und die Frage der Einspeisung ins Netz klären", sagte Hauer. Dabei arbeitet die Energieagentur auch mit der Landwirtschaftskammer zusammen.

Für die Energieagentur sind zurzeit 85 Vollzeitbeschäftigte tätig, an acht verschiedenen Standorten. Die Zentrale in Kaiserslautern zieht im nächsten Jahr innerhalb der Stadt um, aus den bisherigen Räumen beim Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz in ein neues Gebäude auf dem Pfaff-Gelände. Dabei gehe es nicht um mehr Platz, sondern um die Möglichkeit, moderne Arbeitsweisen und den vernetzenden Ansatz der Energieagentur umzusetzen, erklärte Hauer.

© dpa-infocom, dpa:210719-99-432266/2

Regionales
ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen