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Rheinland-Pfalz & Saarland Entsorger: Taschentücher sind keine Alternative zu Klopapier

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Saarbrücken (dpa/lrs) - Auch wenn wegen Großeinkäufen von Klopapier im Zuge von Corona derzeit Regale vielerorts leer sind: Kunden sollten nicht zu vermeintlichen Alternativen wie Küchenpapier oder Taschentüchern greifen, empfiehlt der Entsorgungsverband Saar in Saarbrücken. Denn im Gegensatz zu Toilettenpapier löse sich "bewusst nässebeständiges" Papier wie das der Küchenrolle oder von Taschentüchern nicht auf und könne schnell zu Verstopfungen führen.

Dies betreffe Rohre im Haus, Abwässer-Kanäle und Pumpen. "Die Folgen von Hamstereinkäufen können so also am Ende alle zu spüren bekommen", teilte der Verband mit. Seit Beginn der Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Toilettenpapier in Geschäften besonders hoch. Oft ist das Produkt ausverkauft.

Schon vor Corona-Krise hätten Verstopfungen und sonstige technische Ausfälle durch sogenannte Feuchttücher jährlich Kosten in Höhe eines mittleren sechsstelligen Betrages verursacht, teilte der Verband mit. Allein im Saarland würden im Jahr rund 2500 Tonnen Abfälle - vor allem Hygieneartikel - über die Toilette statt über die Restabfalltonne "entsorgt".

Wenn nun noch weitere falsch entsorgte Materialien hinzukämen, sorge das neben steigenden Kosten für mehr Aufwand bei den Mitarbeitern, die derzeit ohnehin unter "extrem erschwerten Bedingungen" daran arbeiteten, die Infrastruktur am Laufen zu halten. Die Abwasserreinigung des Entsorgungsverbandes Saar umfasst rund 140 Kläranlagen, gut 1000 Kilometer Kanal, etwa 300 Pumpwerke und mehr als 600 technische Bauwerke.

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