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Rheinland-Pfalz & Saarland Erinnerung gestalten: Landtag untersucht Gedenkkultur

Hendrik Hering (SPD), Präsident des rheinland-pfälzischen Landtags, gestikuliert während eines Gesprächs mit der Deutschen Presse-Agentur. Foto: Andreas Arnold/dpa/Archiv

(Foto: Andreas Arnold/dpa/Archiv)

Mainz (dpa/lrs) - Erinnerungskultur als Impfstoff gegen Hass und Menschenfeindlichkeit - mit diesem Ansatz sind am Mittwoch 270 Teilnehmer einer Online-Konferenz des Landtags Rheinland-Pfalz zusammengekommen. Zu Beginn des Austauschs über Gemeinsamkeiten und Unterschiede des Völkermord-Gedenkens in Deutschland, Israel und Ruanda rief Landtagspräsident Hendrik Hering (SPD) dazu auf: "Wir müssen die Mechanismen des Verschweigens und Vertuschens durchbrechen."

In einer Zeit von zunehmendem Antisemitismus, Rechtsextremismus, Menschenfeindlichkeit und Rassismus sei es besonders wichtig, aktiv daran zu erinnern, wozu Hass in der Vergangenheit geführt habe, sagte Innenminister Roger Lewentz (SPD). Es sei entsetzlich, wenn bei den jüngsten Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen Teilnehmer mit einem Davidstern erschienen seien.

Der israelische Botschafter in Deutschland, Jeremy Nissim Issacharoff sagte, Antisemitismus bedrohe jede demokratische Gesellschaft. Sein ruandischer Kollege Igor César erinnerte an den Völkermord in Ruanda im Jahr 1994 und sprach sich dafür aus, frühzeitig auf Risikofaktoren wie Vorurteile hinzuweisen, die zu gewaltsamer Konfliktaustragung führen könnten.

Bildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) sprach sich dafür aus, neue Formate des Gedenkens zu entwickeln. Erinnerungsarbeit müsse über Buchwissen hinausgehen und in lebensnahen Projekten gestaltet werden. In den Schulen gebe es dafür bereits viele Ansätze und Formate wie Gespräche mit Zeitzeugen und die Beschäftigung mit Stolpersteinen zur Erinnerung an Opfer vor Ort.

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