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Rheinland-Pfalz & Saarland Experten: Ausmaß der Belastung der Ahr nach Flut noch unklar

Ein Lkw der Bundeswehr überquert die Ahr über eine Panzerschnellbrücke. Foto: Thomas Frey/dpa/Archivbild

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Koblenz (dpa/lrs) - Seit der Hochwasserkatastrophe fließt anfallendes Abwasser ungereinigt und ungeklärt in die Ahr. Denn alle Kläranlagen im Ahrtal seien von den Überschwemmungen betroffen und beschädigt worden, teilte ein Sprecher der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Koblenz mit. Fachleute klärten derzeit mit den Abwasserwerken, ob und wie Anlagen wieder in Betrieb genommen werden könnten. Man strebe zunächst an, zumindest eine mechanische Grundreinigung zu erreichen.

"Der Fokus vor Ort liegt im Moment auf dem Seuchenschutz", sagte der Sprecher. So müsse zum Beispiel gewährleistet werden, dass "eine Vorflut" bis in die Ahr besteht. Konkret heißt das, dass die Abwässer inklusive Fäkalien aus den Ortschaften geleitet werden müssen. Solange die Abwassersysteme nicht wieder wenigstens provisorisch repariert seien, werde Abwasser weiter ungeklärt in die Ahr fließen.

Noch lasse sich nicht sagen, wie belastet die Ahr momentan sei, sagte er weiter. Mit der Hochwasserwelle seien auch Schadstoffe in die Ahr gelangt. Daher raten Landesbehörden von Kontakt mit Ahr-Wasser ab, sofern dies aus Gründen der Aufräumarbeiten nicht zwingend erforderlich sei. Vorsichts- und Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Handschuhen und wasserdichte Kleidung sollten eingehalten werden.

"Dass Kraftstoff, Chemikalien, Darm- und Colibakterien sowie Giftstoffe in die Ahr geflossen sind, ist natürlich sehr wahrscheinlich", teilte der SGD-Sprecher mit. Ein Messprogramm zur Überwachung der Ahr werde vermutlich nächste Woche zumindest an den bereits zugänglichen Messstellen starten.

Weiter routinemäßig überwacht werde die Wasserqualität des Rheins, in den die Ahr fließt. "Unseres Wissens sind aber bislang keine nennenswerten Auffälligkeiten gemeldet worden." Für die Rhein-Messstation Bad Honnef zum Beispiel sei gemeldet worden, dass bisher keine Auffälligkeiten, die auf den Ausfall der Kläranlage Sinzig oder auf größere Einträge von wassergefährdenden Stoffen zurückzuführen sein könnten, aufgetreten seien.

Was Schlamm und Boden betrifft: Von der Kreisverwaltung Ahrweiler werde eine Beprobung von gesammeltem Schlamm aus den Flutgebieten vorgenommen. Die Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt Speyer nehme eine Beprobung von Boden/Sedimenten auf landwirtschaftlichen Nutzflächen im Überflutungsbereich von Ahr, Kyll, Prüm und Enz vor. "Ergebnisse liegen uns in beiden Fällen noch nicht vor", sagte der Sprecher.

© dpa-infocom, dpa:210731-99-633111/3

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