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Rheinland-Pfalz & Saarland Gabenzäune für Obdachlose stoßen auf geteiltes Echo

Gabenzäune sind zu sehen. Foto: Thomas Frey/dpa

(Foto: Thomas Frey/dpa)

Mainz/Koblenz (dpa/lrs) - Äpfel, Zahnpasta und Kleidung: Viele Bürger hängen derzeit bundesweit solche Dinge in Tüten an Zäune - als Hilfe für Obdachlose, die besonders unter der Corona-Pandemie leiden. Auch in Rheinland-Pfalz. Diese sogenannten Gabenzäune stoßen auf ein geteiltes Echo.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte sie in einer am Donnerstag veröffentlichten Videobotschaft. Als "Heldinnen und Helden in der Corona-Krise" bezeichnete er Ärzte, Pfleger, Mitarbeiter von Supermärkten und Menschen, die anderen helfen - auch mit dem Bestücken von Gabenzäunen.

In Mainz, wo auch solche Angebote zu sehen waren, sagte Matthias Bockius vom Polizeipräsidium jedoch: "Wir raten davon ab - wegen der Gefahr von Ansammlungen von Menschen und der Virenübertragung." Direkt zuständig seien aber Ordnungsamt und Grundstücksbesitzer. Am besten ist es laut Bockius, wenn die Gaben Hilfsorganisationen für Obdachlose gegeben werden: "Das sind die Profis."

In Koblenz nahmen am Donnerstag freiwillige Helfer auf Anweisung der Stadtverwaltung Beutel mit Essen und Kleidung von einem Gabenzaun ab. Nach ihrer Aussage hatte die Stadt auf das Infektionsrisiko verwiesen.

Das Koblenzer Rathaus teilte mit: "Stehen die Zäune mit den Waren auf öffentlichem Grund, liegt eine unerlaubte Sondernutzung vor, die die Stadtverwaltung zwingt, die Gaben zu entfernen." Die Gabenzäune seien unnötig, weil Obdachlose auf vorhandene Hilfsangebote zurückgreifen könnten. "Wenn die Zäune auf privatem Gelände stehen, wird die Stadt nicht einschreiten", hieß es weiter. Ein Stadtsprecher betonte: "Wir wollen keine Spielverderber sein."

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