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Rheinland-Pfalz & Saarland Hans: Trotz Rückgang der Infektionszahlen keine Entwarnung

Tobias Hans (CDU), Ministerpräsident des Saarlandes. Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild

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Die Corona-Maßnahmen greifen im Saarland. Nach zweieinhalb Wochen zeigt sich: Der Anstieg der Infektionszahlen verlangsamt sich. Eine Lockerung der Beschränkungen ist aber noch nicht in Sicht.

Saarbrücken (dpa/lrs) - Trotz eines Rückgangs beim Anstieg der Corona-Infektionszahlen im Saarland kann es nach Aussage von Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) noch keine Entwarnung geben. "Es muss uns klar sein, dass wir den Höhepunkt der Infektionen noch vor uns haben", sagte Hans am Mittwoch in Saarbrücken. Daher könne auch noch kein Zeitpunkt genannt werden, wann die Landesregierung die derzeit geltenden Einschränkungen lockern werden könne. "Es gilt die Maßgabe: Wir werden so früh wie möglich, so weit wie möglich, aber auch so spät und so begrenzt wie absolut notwendig aus diesen Maßnahmen aussteigen."

Die im Kampf gegen die Corona-Pandemie am 21. März verfügte Ausgangsbeschränkung zeige bereits "eine sehr starke Wirkung", sagte Hans in einer Zwischenbilanz. Damals habe die Zahl der Infektionen innerhalb einer Woche um den Faktor acht zugenommen. Mittlerweile liege dieser Wert bei 1,8 pro Woche. "Wenn sich dieser Trend in den kommenden Tagen fortsetzt, dann haben wir gute Chancen, dass unser Gesundheitssystem der Belastungsprobe standhalten wird."

Nun gelte es aber noch Geduld zu haben - und sich weiter, auch über die Osterfeiertage, an die strengen Corona-Regeln zu halten. "Je mehr wir uns jetzt noch eine Zeit lang zusammenreißen, desto schneller, desto reibungsloser und desto gesünder werden wir wieder den Weg zurück in ein Leben ohne Auflagen und ohne Beschränkungen zurückfinden. Diesen Tag, den sehnen wir uns alle herbei", sagte Hans.

Die Landesregierungen arbeiteten bereits mit dem Bund an einem Plan, wie der Betrieb nach der Krise wieder hochfahren werden könne, sagte Wirtschaftsministerin Anke Rehlinger (SPD). "Wir haben ihn auch in weiten Teilen schon ausgearbeitet. Es ist allerdings die Frage, wann werden wir auch stufenweise mit diesem Plan in die Realisierung gehen können." Was dann komme, sei kein Wettlauf, sondern müsse "im Sinne des Föderalismus ein Synchronschwimmen sein". Denn ansonsten gefährde man die Ergebnisse, die möglicherweise in anderen Bundesländern bereits erreicht worden seien.

Auch Hans betonte, die Entscheidung für Lockerungen solle nicht jedes Bundesland einzeln treffen - sondern "im Geleitzug der Länder mit dem Bund gemeinsam" erfolgen. "Die Pandemie wird uns noch sehr, sehr lange in Atem halten. Von einer kompletten Normalität in Deutschland sind wir leider Gottes noch sehr weit entfernt."

Das Saarland arbeite "mit allen Kräften" daran, sich für die anhaltende Krise weiter zu wappnen. Die Kapazität an Intensivbetten und Beatmungsgeräten werde weiter ausgebaut, große Mengen an Schutzausrüstungen - vor allem Schutzmasken - seien bestellt. Diese Lieferung, die 13 Millionen Euro gekostet habe, werde in den nächsten Tagen erwartet. Zudem würden Testungen "so weit wie möglich" ausgedehnt, ein Schutzplan mit zusätzlichen Maßnahmen für die knapp 160 Alten- und Pflegeheime im Land sei ausgearbeitet worden.

Rehlinger sagte, mittelständischen Unternehmen seien 137 Millionen Euro "frisches Landesgeld" als Hilfen zur Verfügung gestellt worden. "Ich weiß, es wird nicht ausreichen, um Umsatzeinbußen zu kompensieren. Aber es ist gedacht, um die Befreiung von existenziellen Nöten und Sorgen zu erreichen."

Auch die Kommunen seien derzeit stark belastet. "Das Thema der Altschuldenregelung, es war schon virulent vor der Krise, es wird nach der Krise umso drängender sein und möglicherweise nicht nur auf Kommunen beschränkt sein, die vorher schon in ihrer Handlungsfähigkeit durch ihre hohe Schuldenlast beschränkt waren."

Die Zahl der mit dem Coronavirus infizierten Menschen im Saarland ist am Mittwoch auf 1842 gestiegen. Das seien 142 Fälle mehr als am Vortag, teilte das Gesundheitsministerium mit (Stand: 18.00 Uhr). Seit den bestätigten Infektionen nach dem ersten Auftreten des Virus würden 502 Menschen als geheilt gelten, 179 würden derzeit stationär behandelt.

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