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Rheinland-Pfalz & Saarland Hans fordert Saarländer zum Durchhalten gegen Corona auf

Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) spricht bei einem Interview in seinem Büro. Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild

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Eine "Testoffensive" und flottere Impfungen sollen die Saarländer dazu bewegen, im Kampf gegen Corona durchzuhalten. Hart an der Grenze zu Frankreich fordern die Volksvertreter auch, dass die Einreise der Nachbarn rasch wieder erleichtert wird.

Saarbrücken (dpa/lrs) - Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat die Bürger des Landes zum Durchhalten im Kampf gegen die Corona-Pandemie aufgerufen. "Verlieren wir jetzt nicht die Nerven", sagte er am Montag im Landtag in Saarbrücken. Dennoch dürfe man keine falschen Erwartungen wecken und müsse weiter alles tun, um eine dritte Pandemie-Welle zu vermeiden. "Viele Menschen kommen mittlerweile mit den bestehenden Belastungen an ihre Grenzen", sagte Hans. "Es droht die Gefahr, dass die Geduld, die Disziplin allmählich erodiert."

"Wir haben alle Vorkehrungen getroffen, um jetzt eine wahre Testoffensive starten zu können", sagte der Ministerpräsident. Im Saarland gebe es insgesamt sieben Corona-Testzentren. Bald sollten auch Apotheken, Ärzte und dann auch Hilfsorganisationen testen können. Das Saarland werde künftig allen Bürgern einen kostenlosen Schnelltest pro Woche anbieten. Die Regierung habe bereits 2,5 Millionen Schnelltests zur Eigenanwendung bestellt. Davon seien 500 000 bereits verteilt, die Lieferung von 500 000 weiteren werde in dieser Woche erwartet.

In einer einstimmig beschlossenen Resolution forderten die Abgeordneten, die Einreisebeschränkungen für Bürger des an das Saarland grenzenden französischen Départements Moselle "schnellstmöglich wieder zurückzunehmen". Seit 2. März müssen französische Grenzgänger einen negativen Corona-Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. "Wir wollen nicht zurück zu geschlossenen Grenzen und Schlagbäumen", heißt es in der Entschließung. Die Lebensqualität der Saarländer hänge "entscheidend von einer stabilen Freundschaft und guten Zusammenarbeit mit unseren französischen Nachbarn ab".

"Das geht nicht so, dass eine Frau in Berlin herumtrampelt auf dem deutsch-französischen Verhältnis. Das geht so nicht", sagte Oppositionsführer Oskar Lafontaine, Vorsitzender der Links-Fraktion, ohne Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) namentlich zu nennen "Wir haben bereits zu viel verspielt im deutsch-französischen Verhältnis."

Lafontaine kritisierte vor allem, dass die Landesregierung weiter Beschränkungen vor allem von den Inzidenzwerten abhängig mache: "Wenn viel getestet wird, dann gibt es eben einen hohen Inzidenzwerte." Die Regierung habe auch viel Vertrauen verloren, weil die Hoffnungen auf einen umfassenden Präsenzunterricht an den Schulen nicht in Erfüllung gingen.

Der SPD-Fraktionsvorsitzende Ulrich Commerçon sagte, die Belastung von Kinder und Jugendlichen sei "enorm". Kinder seien "keine kleinen Erwachsenen, die das auch mal wegstecken können". Jedes dritte Kind zeige mittlerweile eine psychische Belastung. "Der Preis für die Kinder und Jugendlichen ist verdammt hoch", sagte auch der Abgeordnete Jürgen Renner (SPD). Es müsse alles dafür getan werden, um nach den Osterferien wirklich in den Präsenzunterricht zurückzukehren.

Anträge der Linken und der AfD, sehr rasch wieder Normalität herzustellen, wurden abgelehnt. "In der Bevölkerung ist inzwischen eine große Mehrheit nicht mehr mit den Maßnahmen einverstanden", sagte der AfD-Fraktionsvorsitzende Josef Dörr.

Hans sagte, mit fast 4000 Impfungen täglich seien die Impfzentren im Saarland mittlerweile zu 75 Prozent ausgelastet. "Es werden alle Impfstoffe, auch der von Astrazeneca, gut angenommen", sagte der Ministerpräsident. Es werde "bald auch in den Krankenhäusern" geimpft. Erfolge der Impfungen und der Testungen seien vor allem in Pflegeeinrichtungen zu sehen. Dort sei der Anteil der über 80-Jährigen an den Neuinfektionen auf heute rund sechs Prozent halbiert worden.

© dpa-infocom, dpa:210307-99-726578/3

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