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Rheinland-Pfalz & Saarland Hinweisportal nach Angriffen auf Polizisten eingerichtet

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(Foto: Boris Roessler/dpa/Symbolbild)

Saarbrücken (dpa/lrs) - Nach Angriffen auf Polizisten am Wochenende in der Saarbrücker Innenstadt hat die Polizei ein Hinweisportal geschaltet. Man erhoffe sich über hochgeladene Fotos und Videos weitere Hinweise auf die Täter, teilte das Landespolizeipräsidiums am Dienstag in Saarbrücken mit. Die Polizei ermittele wegen Landfriedensbruchs gegen mehrere unbekannte Personen, die mit Flaschen nach den Einsatzkräften geworfen hätten. Ziel sei, alle Beteiligten zu identifizieren. Auch Texte könnten im Portal eingestellt werden.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag hatte die Polizei auf dem St. Johanner Markt in Saarbrücken bei Feiern von 400 bis 500 Menschen massive Verstöße gegen Corona-Reglen festgestellt. In der Menge sei eine Gruppe von 30 bis 40 Personen aufgefallen, die Einsatzkräfte vor Ort lautstark beleidigte und sie mit Flaschen bewarf, wie die Polizei mitgeteilt hatte. Diese Personen hätten erst gestoppt werden können, nachdem weitere Einsatzkräfte hinzugekommen seien.

Am Montag hatte die Polizei bereits Videomaterial aus der Nacht ausgewertet: Darunter Bilddateien, die von Bodycams von am Einsatz beteiligten Beamten aufgezeichnet worden seien. Eine Zahl, gegen wie viele Beteiligte ermittelt wird, lag zunächst nicht vor. Unter anderem hatte die Landesregierung die Angriffe scharf verurteilt.

Unterdessen hat auch der Personalrat der Stadt Saarbrücken auf eine Zunahme von Gewalt gegen Beschäftigte unter anderem des Öffentlichen Dienstes hingewiesen. Es sei "ein Skandal", dass Beleidigungen, Drohungen und tätliche Angriffe seit Jahren zunähmen, hieß es in einer Mitteilung am Dienstag. Es müsse für Mitarbeiter des kommunalen Ordnungsdienstes "einen maximalen Schutz" geben, wenn diese für weitere Kontrollen und Sanktionen eingesetzt würden.

Auch bei der Sitzung des Saar-Kabinetts waren die Vorkommnisse am Dienstag laut der stellvertretenden Ministerpräsidentin Anke Rehlinger (SPD) Thema. "Man kann wirklich nur relativ wenig Verständnis dafür haben, was dort passiert ist", sagte sie. Auch die Gastronomie habe sich nicht unbedingt einen Gefallen an diesem Abend getan. "Ich glaube, am Ende wird es nicht gehen, dass man Alkohol zu Zeiten ausschenkt, wo die Leute überwiegend auf dem St. Johanner Markt stehen und keinen Sitzplatz haben", sagte sie - zumal hier nun für jeden Testpflicht gelte. "Insofern muss es auch kontrollierbar bleiben. Und das geht sicherlich nicht, wenn man alles "To Go" dort veräußert."

© dpa-infocom, dpa:210420-99-276188/3

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