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Rheinland-Pfalz & Saarland Klimaschutzbewegung trotzt Corona

Eckart von Hirschhausen spricht bei einer Fridays for Future-Demo. Foto: Peter Zschunke/dpa

(Foto: Peter Zschunke/dpa)

Die von den Schulen ausgegangene Klimaschutzbewegung versammelt sich wieder auf den Straßen. Der TV-Moderator Eckart von Hirschhausen fordert ein Verbot innerdeutscher Flüge.

Mainz (dpa/lrs) - Nach acht Monaten coronabedingter Pause haben sich am Freitag in Mainz rund 1000 Unterstützer der Bewegung Fridays for Future zu einer Demonstration für mehr Tempo im Klimaschutz versammelt. "Wir sind die letzte Generation, die etwas ändern kann", sagte auf einer Auftaktkundgebung am Rheinufer der Fernsehmoderator Eckart von Hirschhausen.

Die Veranstalter hatten vor dem Verwaltungsgericht Mainz die Genehmigung einer Zahl von 1000 Demonstranten erstritten. Die Stadt hatte zuvor eine Auflage von maximal 700 Teilnehmern festsetzen wollen. Nach Angaben der Veranstalter kamen auch etwa 1000 Menschen zusammen. Die Demonstranten waren auf Abstand bedacht und trugen Masken, mit rot-weißen Bändern wurde die Versammlung in kleinere Blöcke unterteilt.

"Wir haben 30 Jahre verloren, weil wir dachten, die Klimakrise ist etwas für Eisbären und Atmosphärenforscher", sagte Hirschhausen mit Blick auf die ersten Warnungen im vergangenen Jahrhundert. "Die Klimakrise ist eine Gesundheitskrise." Der Arzt und TV-Moderator forderte ein Verbot innerdeutscher Flüge und der Stromerzeugung aus Kohle.

Studierende und Pflegekräfte von Mainzer Kliniken führten einen Sketch auf, in der "Mutter Erde" als Patient dargestellt wurde. "Mir ist so heiß" klagte der Patient im Rollstuhl, als er zu einer Ärztin geschoben wurde.

An Kundgebungen unter dem Motto "Kein Grad weiter" beteiligten sich am Freitag auch Menschen unter anderem in Bad Kreuznach, Koblenz und Trier. Zuletzt hatten am 17. Januar rund 9000 Menschen in Mainz für entschiedenere Schritte im Kampf gegen die globale Erwärmung demonstriert. Begonnen hatten die Demonstrationen von Schülerinnen und Schülern Mitte Januar 2019 - damals griffen rund 1000 junge Menschen in Mainz den Protest der schwedischen Schülerin Greta Thunberg auf, die im August 2018 in den Schulstreik getreten war und damit weltweite Resonanz fand.

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