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Rheinland-Pfalz & Saarland Künftige Staatssekretärin will Pendler-Nadelöhr erweitern

Katrin Eder sitzt an ihrem Schreibtisch. Foto: Peter Zschunke/dpa

(Foto: Peter Zschunke/dpa)

Als Umwelt- und Verkehrsdezernentin der Stadt Mainz hat sich Katrin Eder "einmal durch die Stadt gegraben". In der neuen Landesregierung kümmert sie sich vor allem um den ÖPNV als "Rückgrat der Verkehrswende".

Mainz (dpa/lrs) - Nach Abschluss von zahllosen Baustellen in Mainz will die designierte Staatssekretärin Katrin Eder (Grüne) auf bessere Pendlerverbindungen im ÖPNV hinwirken. Dazu gehöre vor allem eine bessere Bahnverbindung zwischen Mainz und Frankfurt, sagte die scheidende Mainzer Umwelt- und Verkehrsdezernentin der Deutschen Presse-Agentur. "Ganz Rheinland-Pfalz ist von diesem Nadelöhr betroffen." Bei Störungen auf dieser zentralen Achse im Rhein-Main-Gebiet könne es bis Saarbrücken zu Verspätungen kommen.

Bessere ÖPNV-Verbindungen für Pendler seien von entscheidender Bedeutung für den Klimaschutz, sagte Eder. "Dies in Rheinland-Pfalz gestalten zu dürfen, ist eine große Aufgabe." Dazu werde sie auch Gespräche mit dem Nachbarland Hessen führen. "In der Verkehrswende, die wir für den Klimaschutz brauchen, ist der ÖPNV das Rückgrat." Sie hoffe, dass nach dem jüngsten Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Klimaschutz mehr Geld ins System fließen werde.

Das neu zugeschnittene Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität ist für den öffentlichen Verkehr mit Bussen und Bahnen zuständig, während das Wirtschafts- und Verkehrsministerium die Befugnis etwa für den Straßenbau und den Ausbau des Radwegenetzes behält. "Das war eine politische Entscheidung", sagt Eder. Als "Radfahrerin aus Leidenschaft" hätte sie auch gern das Thema Radverkehr weiter betreut. "Aber es war richtig, das Thema Mobilität ins Klimaschutzministerium zu packen."

Die kommunalpolitische Brille werde sie auch künftig tragen, sagte Eder. "In mir werden die Kommunen immer eine Ansprechpartnerin haben", etwa zum geplanten Kommunalen Klimapakt. Außerdem freue sie sich auch auf die Aufgaben im Naturschutz - "dieses Ministerium ist ja riesig".

Nach zehn Jahren als Dezernentin der Stadt Mainz sagte die 44-Jährige: "Wir haben uns einmal durch die Stadt gegraben." Oberstes Ziel aller Projekte sei immer gewesen, die Aufenthaltsqualität in der Stadt zu verbessern und Mobilität nachhaltiger zu gestalten." Das Stadtbild habe sich in den vergangenen zehn Jahren völlig verändert, angefangen beim Hopfengarten in der Altstadt bis hin zur Großen Langgasse. "Dort fahren noch Autos, aber es sind weniger als vorher."

"Bei Veränderungen können sich viele nicht vorstellen, dass es danach besser wird", sagte Eder zu Kritik an ihrer Amtsführung, etwa zur Einführung von Tempo 30 in der Innenstadt. "Andere Städte sind da auch sehr mutig, das ruft oft Widerstand hervor."

Zu den Kritikerinnen gehört auch die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner, die Eder als "Staustaatssekretärin" bezeichnet hat. "Für Stau bin ich gar nicht zuständig", sagte Eder trocken. Der flüssige Straßenverkehr falle ins Ressort des Verkehrsministeriums.

© dpa-infocom, dpa:210515-99-605934/2

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