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Rheinland-Pfalz & Saarland Langjähriger CDU-Landtagsabgeordneter Billen gestorben

Michael Billen beim CDU Neujahrsempfang des CDU-Kreisverbandes Bitburg-Prüm 2020. Foto: Harald Tittel/dpa/Archiv

(Foto: Harald Tittel/dpa/Archiv)

Michael Billen prägte gut zwei Jahrzehnte als Landtagsabgeordneter die Politik der CDU in Rheinland-Pfalz mit. In seiner Heimat in der Eifel hat der streitbare Politiker auch viele Spuren hinterlassen.

Mainz (dpa/lrs) - Der langjährige rheinland-pfälzische CDU-Landtagsabgeordnete Michael Billen ist am Dienstagmorgen im Alter von 66 Jahren gestorben. Das bestätigten die Partei und die Fraktion in Mainz. Der Politiker aus der Eifel starb nach langer schwerer Krankheit an den Folgen einer Leukämie.

Nach 24 Jahren war der gelernte Landwirtschaftsmeister im Mai 2020 auf eigenen Wunsch aus dem Parlament ausgeschieden. Er galt als einer der markantesten und bekanntesten CDU-Politiker im Land und wurde immer wieder als "Eifel-Rebell" bezeichnet. Zuletzt war er Beigeordneter im Eifelkreis Bitburg-Prüm. Er hinterlässt eine Frau, vier Kinder und zehn Enkel.

Die CDU-Landesvorsitzende Julia Klöckner würdigte Billen für seinen jahrzehntelangen politischen Einsatz und als entschlossenen Fürsprecher seiner Region. "Michael Billen war ein Eifler Original. Mit Ecken und Kanten, die seinen unverwechselbaren Charakter ausmachten. Er war kein Angepasster, aber stets authentisch", sagte Klöckner. Sie habe ihn "für seine Kampfesnatur" geschätzt. "Er packte Probleme beim Schopf und trat unermüdlich für seine Ziele und Überzeugungen ein. Mit ihm konnte man inhaltlich streiten und gemeinsam kämpfen."

CDU-Landtagsfraktionschef Christian Baldauf erinnerte an Billen als "eine politische Persönlichkeit, die aus einem ganz besonderen Holz geschnitzt war". "Menschen wie ihn gibt es heute in der Politik selten. Bei allen Auseinandersetzungen, die ich mit ihm hatte, war er hoch engagiert, inhaltlich beschlagen, aber auch kantig und streitbar und vor allem ein Vorkämpfer für die Belange seiner geliebten Eifel", sagte Baldauf.

Der ehemalige SPD-Fraktionschef und jetzige Arbeitsminister Alexander Schweitzer schrieb auf Twitter: "Er war unüberhörbar, unübersehbar, unabhängig. Konservativ. Streitbar. Und dabei komplexer als die öffentliche Zuschreibung, die ihm verpasst wurde. Auch darum wird er fehlen."

Landtagspräsident Hendrik Hering sprach Billens Familie ebenfalls auf Twitter seine "aufrichtige Anteilnahme" aus. Der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP-Fraktion, Marco Weber, der auch aus der Eifel stammt, würdigte Billen als "eine markante Persönlichkeit und Berufskollegen". Und: "Er war ein Eifeler. Durch und durch."

Die SPD-Fraktion erinnerte an den Parlamentarier als einen "engagierten und streitbaren Geist, leidenschaftlichen Debattenredner und Politiker mit klarer Haltung". Landrat Andreas Kruppert (CDU) schrieb: "Mit Michael Billen verlieren wir einen über alle Maße engagierten Kollegen, dem die Entwicklung unserer Region ein echtes Herzensanliegen war und der sich über Jahrzehnte mit aller Kraft für unseren Kreis eingesetzt hat."

Der Grünen-Fraktionschef Bernhard Braun erinnerte an "eine prägende Gestalt der Landespolitik", einen "streitbaren und stets authentischen Konservativen mit einer starken Verwurzelung in seiner Eifeler Heimat". "Persönlich war unser Verhältnis in all den Jahren immer herzlich", sagte Braun. "Michael Billen hatte ein großes Herz. Seine Standpunkte formulierte er unverblümt und direkt, seine Ecken und Kanten trugen zu lebhaften Debatten im rheinland-pfälzischen Landtag bei."

Die Eifel verliere mit Billen "einen engagierten, gradlinigen und selbstbewussten Menschen und Politiker", sagte der Fraktionschef der Freien Wähler, Joachim Streit. "Seine direkte Art hat im politischen Alltagsgeschäft oft für Diskussionen gesorgt - für mich war diese Art ein Segen, denn so wussten wir beide immer, wo wir mit dem anderen dran waren", sagte Streit, der als Landrat mit Billen im Eifelkreis Bitburg-Prüm zusammengearbeitet hatte. "Michael Billen war ein verlässlicher Gesprächspartner - sein einmal gegebenes Wort galt genau so wie ein Händedruck."

© dpa-infocom, dpa:220104-99-583699/6

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