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Rheinland-Pfalz & Saarland Lebensmittelkontrolleure: 25 gesundheitsschädliche Proben

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Die 136 Lebensmittelkontrolleure in Rheinland-Pfalz haben wieder Tausende Essensproben genommen. Jede Zehnte wird beanstandet. Die Gesundheitsgefahren liegen aber wieder im Promillebereich.

Mainz (dpa/lrs) - Metalldrähte in Aufbackbrötchen, Steine im Studentenfutter oder E.coli-Bakterien im Feldsalat: 25 von fast 18 300 Proben haben die rheinland-pfälzischen Lebensmittelkontrolleure im vergangenen Jahr als gesundheitsschädlich eingestuft. "Dabei handelte es sich stets um Einzelfälle, ganze Chargen waren nicht betroffen", sagte Umweltstaatssekretär Erwin Manz (Grüne) am Donnerstag in Mainz.

Die Kontrolleure und Kontrolleurinnen beanstandeten gut jede zehnte Probe (11,7 Prozent). Das entspricht etwa dem Niveau der Vorjahre. 2020 waren es aber etwa 2000 Proben weniger und vor Corona rund 3000 mehr. Grund der Beanstandungen waren auch 2021 in den meisten Fällen wieder falsche oder irreführende Kennzeichnungen.

Insgesamt wurden 25 555 Kontrollen (knapp 3700 weniger als 2020) in 14.279 Lebensmittelunternehmen gemacht. In 14 Prozent der Betriebe seien Verstöße festgestellt worden, sagte Manz. Größere Schließungen von Betrieben habe es nicht gegeben.

Unter den 25 gesundheitsschädlichen Proben seien auch sechs von Verbrauchern eingereichte "Ekelproben" gewesen, darunter ein paniertes Schnitzel mit einem undefinierbaren weißen Faserknäuel sowie Insektenlarven in einer Tütensuppe, sagte Thomas Bonk vom Landesuntersuchungsamt (LUA) in Koblenz. Er werte es als Erfolg der Lebensmittelüberwachung, "dass der Anteil an tatsächlich gesundheitsschädlichen Proben seit Jahren im Promillebereich ist".

Die Behörde hat auch 703 Obst- und Gemüseproben auf Pflanzenschutzmittelrückstände untersucht und 34 davon beanstandet. "Alle Bio-Produkte aus heimischer Erzeugung waren rückstandsfrei", sagte Manz. "Dies zeigt, dass der Biolandbau nicht nur aus Tierschutz- und Umweltschutzgründen vorteilhaft ist."

Um Rückstände des erbgutverändernden und krebserzeugenden Ethylenoxid aus Pflanzenschutzmitteln sei es in 116 Vorgängen gegangen. Wegen der überregionalen Verbreitung habe es 51 Produkt-Rückrufe auf dem Internetportal www.lebensmittelwarnung.de gegeben, bei denen sich Rheinland-Pfalz angeschlossen habe. Die Anwendung von Ethylenoxid sei in der EU in Pflanzenschutzmitteln verboten, in vielen anderen Ländern aber erlaubt und könne so auch legal in die EU gelangen, erläuterte Manz.

Geflügelpest, aber auch Afrikanische Schweinepest oder die von Wildschweinen übertragene Aujeszkysche Krankheit: Das LUA hat im vergangenen Jahr auch 246.741 Proben von Tieren untersucht. An der Geflügelpest verendeten europaweit Tausende von Wildvögeln, Millionen von Hausgeflügel mussten getötet werden. Auch in Rheinland-Pfalz habe es einige kleiner Ausbrüche gegeben, darunter einen Vogelpark mit rund 360 Tieren.

Insgesamt hätten wegen Seuchen im vergangenen Jahr sieben Tiere getötet werden müssen - alle waren Vögel, sagte Manuel Rebelo vom LUA. Ein Jagdhund sei an der Aujeszkyschen Krankheit gestorben, diese für den Menschen ungefährliche Krankheit sei insgesamt fünfmal nachgewiesen worden. Bei Wildschweinen habe sie nicht diagnostiziert werden können, bei Hausschweinen schon seit fast 20 Jahren nicht mehr.

Mit Blick auf die Vogelpest appellierte Manz an die Geflügelhalter, "sehr wachsam zu sein". Der Herbstvogelzug beginne bereits. Rebelo forderte die Schweinehalter auf, auch wegen der Afrikanischen Schweinepest die Sicherheitsmaßnahmen einzuhalten.

Quelle: dpa

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