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Rheinland-Pfalz & Saarland Lehrer bewerten mehr Mitsprache für Schüler unterschiedlich

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Mainz (dpa/lrs) - Die erweiterten Mitspracherechte für Kinder und Jugendliche im neuen Schulgesetz gehen einigen Lehrer-Vertretern zu weit. Die Mitwirkung der Schüler solle auf die Punkte beschränkt werden, "wo sie wirklich möglich ist", sagte die Landesvorsitzende des Philologenverbands, Cornelia Schwartz, am Dienstag in einer Schalte des Bildungsausschusses des Landtags in Mainz. Sie befürwortet eine Konzentration auf den Unterricht, "der demokratische Fähigkeiten schon schult". Viele Schulorganisationsfragen seien so komplex, dass es gar keine Wahl gebe. "Scheindemokratische Strukturen bewirken eher negative Einstellungen gegenüber Demokratie", mahnte Schwartz bei der Expertenanhörung.

Nach Ansicht des VBE-Landesvorstandsmitglieds Lars Lamowski sind Grundschulkinder bei einigen Themen in der Mitsprache "völlig überfordert", etwa wenn es um die Beratung von Ordnungsmaßnahmen und die Situation in der Familie der betreffenden Schüler gehe. "Manche Sachen sind für Kinder-Ohren nicht geeignet." Grundschulkinder könnten auch nicht drei oder vier Stunden lang an Konferenzen teilnehmen. Ein Klassenrat, in dem Schüler aller Grundschuljahrgänge vertreten seien, müsse zudem von einem Verbindungslehrer vorbereitet und dieser auch mit Entlastungsstunden ausgestattet werden.

Grundschüler seien aus dem Klassenrat seit vielen Jahren sehr erfahren in der Mitsprache, sagte der Landesvorsitzende der GEW, Klaus-Peter Hammer. Es sei gut, das sich die Schulen auf den Weg machten, mehr echte Partizipation zu ermöglichen.

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