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Rheinland-Pfalz & Saarland Mutmaßlicher sexueller Missbrauch: Razzia bei Uniklinik

Das Blaulicht an einer Polizeistreife. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild

(Foto: Lino Mirgeler/dpa/Symbolbild)

Homburg (dpa/lrs) - Staatsanwaltschaft und Polizei haben bei einer Razzia am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS) in Homburg Beweismaterial zu drei Verdachtsfällen auf sexuellen Missbrauch beschlagnahmt. Das teilte die saarländische Regierungssprecherin Anne Funk nach der Durchsuchung am Mittwoch mit.

Staatssekretär Henrik Eitel (CDU) forderte ein neues Leitbild zum Umgang mit Verdachtsfällen am UKS. "Egal, ob es sich um Verdacht auf Missbrauch, sexuelle Belästigung oder Behandlungsfehler handelt, müssen Transparenz und Aufklärung gewährleistet sein", hieß es in einer Mitteilung der Staatskanzlei in Saarbrücken. Zugleich leisteten mehrere Tausend Mitarbeiter Herausragendes zum Wohle der Patienten.

Eitel will nach eigenen Worten den Aufsichtsrat des UKS zeitnah zu einer Sondersitzung einladen, bei der der Vorstand über die Situation und erste Gedanken zu einem neuen Leitbild berichten solle. "Es muss alle Bereiche umfassen und Patientinnen und Patienten in gleicher Weise schützen wie Mitarbeitende." In einer weiteren Aufsichtsratsitzung werde vom Vorstand ein ausgearbeitetes Konzept erwartet. Dieses solle die Bewertung bestehender Schutzkonzepte ebenso einschließen wie die Etablierung einer neuen, unabhängigen und unbürokratischen Ombudsstelle für Betroffene.

Bereits für diesen Donnerstag (21.11.) hat die Staatskanzlei nach eigenen Worten "den Vorstand des UKS und den Leiter der HNO-Klinik eingeladen, um die aktuelle Sachlage zu erörtern".

Erst kürzlich war ein Verdachtsfall von sexuellem Missbrauch eines Mädchens an der HNO-Klinik des UKS im Jahr 2012 bekanntgeworden. Zudem soll ein 2016 gestorbener Assistenzarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie am UKS von 2010 bis 2014 zahlreiche Kinder bei Untersuchungen sexuell missbraucht haben.

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