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Rheinland-Pfalz & Saarland OB von Pirmasens warnt erneut vor Fixierung auf Inzidenz

Der Pirmasenser Oberbürgermeister Markus Zwick (CDU). Foto: Peter Zschunke/dpa/Archivbild

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Oberbürgermeister Markus Zwick fürchtet um die Innenstadt von Pirmasens. Das Handeln in der Corona-Krise befördere Leerstände von Geschäften und damit Arbeitslosigkeit.

Pirmasens (dpa/lrs) - Der Rathauschef von Pirmasens Markus Zwick kritisiert die jüngsten Bund-Länder-Beschlüsse in der Corona-Krise. Der Einzelhandel in der Stadt dürfte aufgrund der Infektionszahlen noch längere Zeit geschlossen bleiben, so dass er sich große Sorgen um die Zukunft vieler Händler mache, sagte der Oberbürgermeister. Man müsse davon ausgehen, dass in der Gastronomie sowie im Einzelhandel Schließungen drohten, sagte der CDU-Politiker.

Um das zu verhindern sei es aus seiner Sicht daher vertretbar, dass Handel und Gastronomie öffneten, wenn entsprechende Hygienekonzepte bestehen. Werde nicht bald geöffnet, so Zwick, drohten Pirmasens nicht nur Leerstände und damit auch ein Bedeutungsverlust. "Damit verbunden wäre auch ein Anstieg der Arbeitslosigkeit", sagte der Rathauschef der dpa am Dienstag. Er gehe außerdem davon aus, dass die Stadt mit rechtlichen Schritten von Händlern rechnen muss.

Bund und Länder hatten sich am frühen Dienstagmorgen neben einem "Oster-Lockdown" darauf geeinigt, dass die Anfang März vereinbarte "Notbremse" bei mehr als 100 Neuinfektionen je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen konsequent umgesetzt werden soll. Öffnungsschritte sollen bei Erreichen der Marke zurückgenommen werden. Damit die Schließungen aufgehoben werden, müsste die Stadt mehrere Tage lang stabil unter einem Inzidenzwert von 100 liegen, was in Pirmasens aktuell nicht der Fall ist. Dennoch hatte Zwick vor wenigen Tagen entschieden, den Einzelhandel in der Stadt trotz hoher Inzidenz nicht zu schließen. Das Land hatte die Stadt schließlich per Erlass zur Schließung der Geschäfte veranlasst.

"Grundsätzlich sehen wir auch in Pirmasens mit Sorge auf steigende Inzidenzzahlen", sagte der 46 Jahre alte Zwick. Gleichwohl sei die starre Fixierung auf Inzidenzen nicht der richtige Weg und für viele Menschen kaum noch nachzuvollziehen. Nach Auffassung des Oberbürgermeisters spielt sich das Infektionsgeschehen vor allem in Räumen ab, in denen zahlreiche Menschen miteinander zu tun haben und beispielsweise weder Mund-Nasen-Masken tragen noch den Mindestabstand zueinander einhalten. Das gelte mitnichten für Geschäfte und Lokale.

© dpa-infocom, dpa:210323-99-940031/2

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