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Rheinland-Pfalz & Saarland Raserprozess: Mutmaßlicher Fahrer bereut Unfall

Eine Statue der Justitia steht mit Waage und Schwert in der Hand.

(Foto: Arne Dedert/dpa/Symbolbild)

Trier (dpa/lrs) - Im Prozess um einen Raserunfall mit einem lebensgefährlich verletzten Fußgänger hat der mutmaßliche Fahrer des Autos die Tat bereut. "Mir tut das alles furchtbar leid", ließ der 22-Jährige am Montag über seinen Anwalt vor dem Landgericht Trier erklären. "Wenn ich es könnte, würde ich es rückgängig machen. Aber leider geht das nicht mehr". Er wolle sich bei dem Opfer entschuldigen. Er hoffe, dass der junge Mann "wieder ganz gesund" werde.

Der 22-Jährige muss sich seit Donnerstag wegen versuchten Totschlags, Unfallflucht und der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen verantworten. Die Anklage wirft ihm vor, am 31. Juli 2021 mit seinem "rücksichtslosen Streben nach höchstmöglicher Geschwindigkeit zumindest billigend in Kauf genommen, bei einer Kollision mit einem Menschen diesen tödlich zu verletzen".

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft soll er mehr als 70 Kilometer pro Stunde schnell gefahren sein, als er den Fußgänger, der die Straße querte, erfasste. Er wisse, dass er an dem Tag "mehrere schlimme Fehler" gemacht habe, aber er habe niemanden verletzten oder töten wollen, ließ der Angeklagte erklären. Er habe den Mann am Straßenrand gesehen und Blickkontakt mit ihm gehabt. "Ich war sicher, dass er stehen blieb."

Der Fußgänger war laut Anklage auf die Motorhaube des Angeklagten geprallt und mitgeschleift worden. Das Opfer habe dabei "schwerste, lebensgefährliche Verletzungen am ganzen Körper" erlitten.

Nach dem Unfall sei der Angeklagte weitergefahren, weil er unter Schock gestanden habe. "Ich war völlig überfordert und panisch", verlas Anwalt Otmar Schaffarczyk.

Laut Anklage hatte sich der junge Mann von einem befreundeten Fahrer in einem anderen Auto "angestachelt gefühlt", dieser habe zuvor mehrere kurze Beschleunigungs- und Bremsmanöver mit aufheulendem Motor gemacht. Er habe den Freund überholt und Gas gegeben, so dass er an einer Stelle maximal Tempo 105 bis 115 erreicht habe.

Der 23-Jährige, der dem Angeklagten nach dem Unfall geholfen haben soll, das Tat-Auto zu verstecken, ist wegen versuchter Strafvereitelung angeklagt. Der 22-Jährige, der per Haftbefehl gesucht wurde, war gut einen Monat nach der Tat in Berlin festgenommen worden.

Quelle: dpa

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