Regionalnachrichten

Rheinland-Pfalz & Saarland Rege Beteiligung an Warnstreiks im öffentlichen Dienst

(Foto: Friso Gentsch/dpa/Symbolbild)

Mainz/Saarbrücken (dpa/lrs) - Weit über 10 000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst haben sich nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Dienstag in Rheinland-Pfalz und im Saarland an einem ganztägigen Warnstreik beteiligt. Die Gewerkschaft wollte damit ihrer Forderung nach besseren Arbeitsbedingungen und mehr Geld für die Beschäftigten Nachdruck verleihen. Die Gewerkschaften halten das bisherige Angebot der Arbeitgeberseite für unzureichend. Von dem Ausstand betroffen waren unter anderem Kitas, Krankenhäuser, Sparkassen und Müllabfuhr.

Landesbezirksleiter Michael Blug sagte, Verdi habe es schwerer als andere Gewerkschaften, bei den Bürgerinnen und Bürgern Verständnis für Streikaktionen zu finden. "Wenn wir streiken, trifft das die Bevölkerung", räumte er ein. Dennoch bitte er die Menschen um Verständnis für die Anliegen der Streikenden. Mehrere Verdi-Bereichsleiter berichteten in einer Online-Pressekonferenz, viele Beschäftigten seien enttäuscht, dass sich nach der zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr geäußerten öffentlichen Wertschätzung für die Arbeit des öffentlichen Dienstes dieses Lob nicht in dem Angebot der Arbeitgeber niedergeschlagen habe.

"Sie sind sauer", fasste Blug die Stimmung vieler Verdi-Mitglieder zusammen, die unter dem Motto "stay@home" online zu einer Streikversammlung zusammengekommen waren. Wegen der Corona-Pandemie hatte die Gewerkschaft auf größere Aktionen auf Straßen und Plätzen verzichtet.

Die Arbeitgeber haben für die bundesweit rund 2,5 Millionen Beschäftigten insgesamt 3,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in drei Jahresstufen angeboten. Die Gewerkschaften fordern bei einer einjährigen Laufzeit ein Lohn- und Gehaltsplus von 4,8 Prozent, mindestens aber 150 Euro mehr im Monat für Erzieherinnen und Erzieher, Busfahrer, Müllwerker, Rathausmitarbeiter und zahlreiche andere Angestellte.

Newsticker