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Rheinland-Pfalz & Saarland Römischer Soldat bekommt Kopf zurück: Restaurierung

Einen römischen Grabstein restauriert Katrin Elsner im Zentralmuseum in Mainz.

(Foto: Boris Roessler/dpa)

Bereits 1906 wurde der Grabstein in Mainz-Weisenau wiederentdeckt. Im Zweiten Weltkrieg verlor der darauf abgebildete Soldat seinen Kopf. Vor einem Live-Publikum werden die Teile wieder zusammengefügt.

Mainz (dpa/lrs) - Vor rund 77 Jahren verlor die Figur eines römischen Soldaten auf einem Grabstein im Zweiten Weltkrieg ihren Kopf. Nun werden im rheinland-pfälzischen Landesmuseum in Mainz Körper und Haupt wieder zusammengebracht. Bis Freitag können Besucher bei den öffentlichen Restaurationsarbeiten zuschauen, wie die Direktorin des Landesmuseums, Birgit Heide, am Donnerstag mitteilte. Der Eintritt dafür ist kostenlos.

Den verloren gegangenen Kopf habe man bei Umzugsarbeiten im Depot des Landesmuseums wiedergefunden. Wegen der Dichte und Farbe des Materials sei schnell klar gewesen, dass der Kopf zu einem Grabstein gehöre, der im Limesmuseum Pohl (Rhein-Lahn-Kreis) ausgestellt sei, erklärte Restauratorin Katrin Elsner. Für das Zusammenbringen der Teile sei das rund 150 Kilogramm schwere Artefakt nach Mainz gebracht worden. Anschließend gehe es wieder zurück nach Pohl, erklärte Museumsdirektorin Heide. Bis Ende nächster Woche könne das antike Stück aus dem ersten Jahrhundert nach Christus jedoch noch im Steinhaus des Landesmuseums besichtigt werden.

In den 1980er Jahren habe man schon die abgetrennten Füße des Soldaten nachgerüstet, sagte die Kuratorin der Archäologischen Sammlungen, Ellen Riemer. "Dafür kannte man schon genügend Vergleiche, dass man sagen konnte: So haben die Füße eines römischen Soldaten ausgehen." Den Kopf zu ersetzen sei jedoch schwieriger gewesen, weil es sich dabei um eine bildhauerische Arbeit handle. Umso schöner sei, dass der Kopf wieder aufgetaucht sei.

In Zukunft plane man weitere solcher Aktionen vor einem Live-Publikum, "sofern die Art der Arbeiten dies zulässt", sagte die Museumsdirektorin. "Die Öffentlichkeit soll an der Arbeit des Museums beteiligt werden und einen Einblick in sonst nicht-öffentliche Aufgabenfelder erhalten." Das Land Rheinland-Pfalz besitzt eine Sammlung von rund 2000 Steinen, die als eine der bedeutendsten und größten Kollektionen römischer Steindenkmäler nördlich der Alpen gilt.

Quelle: dpa

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