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Rheinland-Pfalz & Saarland Schulbusverkehr in Hunsrück-Gemeinde zusammengebrochen

Mehrere Schüler steigen in einen Schulbus ein. Foto: Felix Kästle/Archiv

(Foto: Felix Kästle/dpa)

Schrecken für Kinder und Eltern: Im Hunsrück fallen zahlreiche Schulbusse aus. Viele Schüler warten vergebens, viele Eltern müssen einspringen. Ein Kreistag soll zu einer Krisensitzung zusammenkommen.

Simmern (dpa/lrs) - In der Verbandsgemeinde Kirchberg im Hunsrück ist der Schulbusverkehr zusammengebrochen. Grund ist die Pleite zweier Busunternehmen, wie der Rhein-Hunsrück-Kreis am Donnerstag in Simmern mitteilte. Bis zu 2000 Kinder seien kurz nach Schuljahresbeginn betroffen. Ein Teil von ihnen habe vergeblich an Haltestellen gewartet. Die Eltern seien gebeten worden, die Kinder "in Eigenregie" zu Schulen und auch Kitas zu fahren.

Nun werde fieberhaft nach anderen Firmen gesucht, die kurzfristig einspringen könnten. "Wir stehen in Kontakt mit Unternehmen, die relativ schnelle Hilfe versprochen haben", sagte die Dezernentin Sandra Zilles. "Das muss geprüft werden." An diesem Freitagnachmittag (16. August) war in Simmern eine Sondersitzung des Kreistags geplant.

Der Busverkehr im ländlich strukturierten Rhein-Hunsrück-Kreis war am 1. August nach einer europaweiten Ausschreibung unter Firmen mit einem neuen Konzept an den Start gegangen. Orte mit mehr als 200 Einwohnern sollen alle zwei Stunden angefahren werden. "Wir freuen uns sehr über die Verbesserung im ÖPNV (Öffentlichen Personennahverkehr)", sagte Zilles.

Abgesehen von den beiden Unternehmenspleiten macht zudem der Busfahrermangel auf dem bundesweiten Arbeitsmarkt dem Rhein-Hunsrück-Kreis zu schaffen. Laut Zilles warben beteiligte Firmen auch Busfahrer im Ausland an. Bei Wohnungssuche und Deutschlernen unterstütze sie der Kreis. Noch gebe es teils Sprachprobleme in den Schulbussen.

Anfangs half laut Zilles noch ein regionales Busunternehmen in der Not aus. Doch kurzfristig habe es wieder den Rückzug angetreten. "Am Montag sind insgesamt elf Buslinien ausgefallen, am Dienstag sieben und am Mittwoch fünf", sagte die Dezernentin. Mitarbeiter der Kreisverwaltung hätten an Knotenpunkten der Buslinien Kindern mit Anrufen zu Hause oder bei Taxiunternehmen geholfen. "Wir haben Anfang der Woche improvisiert." Es habe viele Beschwerden von Eltern, aber auch viel Verständnis gegeben.

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