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Rheinland-Pfalz & Saarland Senioren testen therapeutische Videospiele

Ein Heimbewohner versucht sich im Helenenheim Bad Arolsen an der Spielekonsole beim Kegeln. Foto: Uwe Zucchi

(Foto: Uwe Zucchi/dpa)

Saarbrücken (dpa/lrs) - Ob Senioren mit therapeutischen Videospielen geistig und körperlich fitter werden? Das wird seit Donnerstag von den Bewohnern des Seniorenzentrums Johanna-Kirchner-Haus in Saarbrücken getestet. Sechs Spiele, bei denen die Bewegungen der Spieler mittels einer Konsole direkt auf den Bildschirm übertragen werden, stehen zur Auswahl: Tanzen, Kegeln, Postbote, Tischtennis, Sonntagsfahrt mit dem Motorrad und Singen. Bundesweit nehmen 100 Pflegeheime an dem Test teil, zwei davon im Saarland.

Gestartet wurde das Präventionsprojekt von der Krankenkasse Barmer und dem Hamburger Spieleentwickler Retrobrain. Die Spiele seien auf wissenschaftlicher Grundlage entwickelt worden, teilte die Barmer mit. Die Schirmherrin des Projekts im Saarland, Gesundheitsministerin Monika Bachmann (CDU), sagte: "Prävention durch digitale Medien wird in unserer Gesellschaft, in der die Digitalisierung künftig eine weitaus größere Rolle spielen wird, ein dauerhaft wichtiger Baustein sein." Die Spielkonsole "memoreBox" sei ein gutes Beispiel, dass die Chancen der Digitalisierung auch für ältere und pflegebedürftige Menschen genutzt werden könnten.

Laut Entwickler Retrobrain lassen sich die Videospiele mit leichten Körperbewegungen im Sitzen und im Stehen steuern. Der Test wird von der Universitätsmedizin der Charité Berlin, der Humboldt-Universität Berlin und der Alice Salomon Hochschule Berlin wissenschaftlich begleitet. Nach positiven Ergebnissen nach ersten Tests bei Berliner und Hamburger Senioren sei das "digitale Gesundheitstraining" für Bewohner in Alten- und Pflegeheimen bundesweit ausgerollt worden.

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