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Rheinland-Pfalz & Saarland Umweltminister kündigt Radon-Messungen im Saarland an

Reinhold Jost (SPD). Foto: Oliver Dietze/dpa/Archivbild

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Saarbrücken (dpa/lrs) - Mit Radon-Messungen im Boden und in Wohngebäuden wollen sich die saarländischen Behörden ein genaues Bild von der Belastung machen. Die Daten sollten als Grundlage dafür dienen, sogenannte Radonvorsorgegebiete auszuweisen, teilte das Umweltministerium in Saarbrücken am Mittwoch mit. Vorgesehen sind nach Angaben von Umweltminister Reinhold Jost (SPD) 70 Messorte im Land. Die Ergebnisse sollten ältere vorhandene Messdaten ergänzen.

Radon ist ein natürlich im Boden vorkommendes radioaktives Gas, es kann auch in Innenräume gelangen und in höheren Konzentration das Risiko einer Lungenkrebserkrankung erhöhen. Radon ist nicht zu sehen, zu riechen oder zu schmecken. Die Bundesländer müssen bis Ende 2020 Gebiete ausweisen, in denen in vielen Gebäuden der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter überschritten wird, sogenannte Radonvorsorgegebiete. Dort soll dann etwa an Arbeitsplätzen im Erd- oder Kellergeschoss das Messen Pflicht sein.

Aus Sicht des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) ist das Gesundheitsrisiko durch Radon in Deutschland nicht ausreichend bekannt. BfS-Präsidentin Inge Paulini sagte im August der Deutschen Presse-Agentur: "Radon ist ein ernstzunehmendes Risiko für die Gesundheit, denn nach dem Rauchen ist Radon die zweithäufigste Ursache von Lungenkrebs."

Mit den Messungen im Saarland wird es voraussichtlich im Februar und März 2020 losgehen, dauern werden sie etwa ein halbes Jahr. Für Daten aus Wohngebäuden wollen die Behörden bis zu 1200 Teilnehmer gewinnen, hinzu kommen Messungen in Schulen und Kitas.

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