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Rheinland-Pfalz & Saarland Urteil gegen Krankenpfleger rechtskräftig

Blick auf die Justitia über dem Eingang eines Landgerichts.

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/)

Saarbrücken (dpa/lrs) - Das Urteil des Landgerichts Saarbrücken gegen einen früheren Krankenpfleger wegen mehrfachen versuchten Mordes ist rechtskräftig. Wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Mittwoch bestätigte, haben sowohl der Angeklagte als auch die Staatsanwaltschaft ihre Revisionen zurückgenommen. Deshalb muss sich der Bundesgerichtshof nicht mehr mit dem Urteil vom 3. März beschäftigen.

Das Landgericht hatte den 30-jährigen Deutschen wegen versuchten Mordes in fünf Fällen, davon in zwei Fällen in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung, sowie wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Darüber hinaus hatte es dem Angeklagten für immer verboten, den Beruf eines Krankenpflegers oder eine Tätigkeit in der Pflege oder im Rettungswesen auszuüben. Die Richter waren allerdings nicht dem Antrag der Staatsanwaltschaft auf zusätzliche Sicherungsverwahrung gefolgt. Die Verteidigung hatte Freispruch beantragt.

Der Angeklagte hatte nach den Feststellungen des Gerichts in den Jahren 2015 und 2016 mehreren Patienten in einer Klinik in Völklingen und im Uniklinikum Homburg nicht verordnete Medikamente verabreicht. Nach Ansicht der Richter wollte er sich aus Geltungsdrang bei Wiederbelebungsmaßnahmen profilieren. Dass die Menschen dadurch sterben könnten, habe er billigend in Kauf genommen. Bei der Obduktion von Leichnamen waren Rückstände entsprechender Präparate gefunden worden. Nur zwei der betroffenen Patienten hatten die Klinikaufenthalte überlebt.

Der Angeklagte hatte zum Prozessauftakt im Juni 2021 erklärt, er habe die ihm zur Last gelegten Taten nicht begangen. Die aufwendigen Ermittlungen waren 2016 in Gang gekommen, nachdem er sich in anderen Kliniken als Arzt ausgegeben hatte.

Quelle: dpa

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