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Sachsen-Anhalt FDP kürt Magdeburgerin Hüskens zu Landtags-Spitzenkandidatin

FDP-Vize-Chefin Lydia Hüskens spricht bei einem FDP-Bundesparteitag. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa/Archivbild

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Sie saß bis vor zehn Jahren schon für die FDP im Magdeburger Landtag und sie soll ihre Partei wieder ins Parlament führen: Die Liberalen haben Lydia Hüskens zur Spitzenkandidatin gewählt.

Wittenberg (dpa/sa) - Die Magdeburgerin Lydia Hüskens ist Spitzenkandidatin der sachsen-anhaltischen FDP für die Landtagswahl. Die 56-Jährige erhielt bei einem Parteitag am Samstag in Wittenberg 92 Stimmen der 110 anwesenden Delegierten. Das entspricht einer Zustimmung von 83,6 Prozent. Die Vize-Parteichefin hatte keinen Gegenkandidaten.

Als Ziel gab Hüskens aus, bei der Landtagswahl am 6. Juni 2021 sieben bis acht Prozent der Wählerstimmen zu holen. Entscheidend sei, wieder ins Parlament zurückzukehren. Doch auch eine Regierungspartei sei denkbar. "Wir sind eine Partei, der nicht bange ist, zu regieren."

In ihrer Bewerbungsrede kritisierte Hüskens die schwarz-rot-grüne Landesregierung. Viele Menschen im ländlichen Raum hätten das Gefühl, Wege zu Schulen, Einkäufen und Ärzten dauerten länger als früher. Zudem stelle sich die Frage, warum Thüringen und Sachsen bei Bildungsvergleichen gut abschnitten, während Sachsen-Anhalt auf den letzten Platz abgerutscht sei. Das Land dürfe den Slogan "modern denken" nicht nur vor sich hertragen, es gehe um "modern machen".

Noch vor einigen Wochen gab es Streit, wer die Kandidatenliste der Liberalen anführen soll. Diskussionspunkt war, ob der vorherige Spitzenkandidat für Landtags- und Bundestagswahl, Frank Sitta, noch einmal für einen oder beide Posten antritt. Nach einem frostigen Parteitag im Juli kündigte Sitta seinen Verzicht auf beide Positionen und den Rückzug aus der Berufspolitik an. Mit dem Wittenberger Parteitag gab der 42 Jahre alte Bundestagsabgeordnete den Landesvorsitz auf und war auch nicht vor Ort. Die FDP in Sachsen-Anhalt hat nach eigenen Angaben rund 1300 Mitglieder.

Die neu gekürte Spitzenkandidatin ist eine erfahrene Landespolitikerin. Hüskens saß bereits zwischen 2002 und 2011 für die Liberalen im Parlament. Bei den folgenden zwei Landtagswahlen reichte es für die FDP nicht für den Sprung über die Fünfprozenthürde.

Hüskens ist nicht die einzige, die im Falle eines Wiedereinzugs auf einem aussichtsreichen Platz in eine alte Wirkungsstätte zurückkäme: Unter den ersten Fünf sind neben ihr auch der Landwirt Johann Hauser (Platz 3) und der Jurist Guido Kosmehl (Platz 5) Ex-Abgeordnete. Neu dabei sind der frühere Landessportbundchef Andreas Silbersack (Platz 2) sowie die Wissenschaftlerin Kathrin Tarricone. Sie holte für den vierten Listenplatz ohne Gegenkandidaten mit knapp 88 Prozent noch ein besseres Ergebnis als Spitzenkandidatin Hüskens.

Fast alle Kandidaten betonten in ihren Reden, dass Sachsen-Anhalt frischen Wind und einen Aufbruch brauche. Wie passt es dazu, dass die Liberalen auf den ersten Listenplätzen auf altbekannte Gesichter setzen? "Ich halte das für eine gute Mischung", sagte Hüskens. "Ich hätte Sorgen gehabt, wenn wir sechs Leute aufstellen, die alle noch nie im Landtag waren."

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