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Sachsen-Anhalt Feuerwehren blicken besorgt auf Sommer: Gut ausgerüstet?

Feuerwehrleute stehen zusammen, um den Einsatz zu besprechen.

(Foto: David Inderlied/dpa/Symbolbild)

Die Feuerwehr in Sachsen-Anhalt schaut mit bangem Blick auf eine immer größer werdende Zahl von Einsätzen. Wie sehen sich die Einsatzkräfte aufgestellt?

Halle (dpa/sa) - Schon früh im Jahr mussten die Feuerwehren in Sachsen-Anhalt vermehrt zu Wald- und Flächenbränden ausrücken - dabei ist noch nicht einmal Sommer. Mit Sorge blicken die Einsatzkräfte daher auf die kommenden trockeneren Monate. An welchen Stellen hapert es noch bei den Einsatzstellen?

MATERIAL: Der Zustand der Ausstattung ist regional sehr unterschiedlich. "Das geht von gut ausgerüstet bis mangelhaft", sagte der Chef des Landesfeuerwehrverbandes, Kai-Uwe Lohse. Häufig hänge dies an den kommunalen Finanzen. Wirtschaftlich stärkere Gemeinden hätten hier im Schnitt deutlich mehr Handlungsspielraum. Tendenziell werde es "geografisch mit abfallendem Gelände nicht unbedingt besser", sagte Lohse. In Richtung des ländlichen Nordens des Landes gebe es somit deutlich größere Materialprobleme bei den Feuerwehren. Im Vergleich zu anderen Bundesländern stehe die Feuerwehr in Sachsen-Anhalt aber durchschnittlich da, sagte Lohse. "Nicht besonders gut, aber auch nicht besonders schlecht."

PERSONAL: Bei den Einsatzkräften ist zumindest laut Lohse der Rückgang der letzten Jahre gebremst worden. Die Kommunen hätten das Problem erkannt und wieder stärker "mobilisiert". Wenn die Gemeinden ihre Feuerwehren nicht ertüchtigten, könnten Brände nicht gelöscht werden oder müssten von benachbarten Feuerwehren übernommen werden. In Sachsen-Anhalt gibt es rund 1500 Freiwillige Feuerwehren und 3 Berufsfeuerwehren. Knapp 32.000 Männer und Frauen engagieren sich ehrenamtlich und rücken in ihrer Freizeit zu Bränden aus und helfen bei Unfällen oder in Notsituationen.

NACHWUCHS: Im Nachwuchsbereich seien die Feuerwehren im Land "eigentlich sehr gut" ausgestattet, sagte Lohse. Laut Innenministerium registrieren die Kinder- und Jugendfeuerwehren einen stetigen Zuwachs, "seit 2016 um insgesamt fast 16 Prozent". Rund 16 000 Mitglieder gab es 2020 in den Kinder- und Jugendfeuerwehren des Landes. "Die Achillesferse" ist laut Lohse der mitunter starke Abgang der Mitglieder zwischen 16 und 18 Jahren. Von zehn Ehrenamtlichen in dieser Altersgruppe bleibe häufig nur einer der Freiwilligen Feuerwehr erhalten.

EINSATZDICHTE: Die Einsatzzahlen gehen eindeutig hoch, sagte Lohse. "Die Aufgaben sind vielfältig und verteilen sich auf immer weniger Schultern." Es gebe kleine Freiwillige Feuerwehren mit bis zu 450 Einsätzen im Jahr. Das sei schon eine starke Belastung. Mit Blick auf einen heißen Sommer mit zahlreichen Bränden glaube er nicht, dass es besser werde.

Quelle: dpa

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