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Sachsen-Anhalt GEW gegen verschärfte Versetzungsregelungen an Realschulen

Eine Lehrerin mit FFP2-Maske unterrichtet in einer ersten Klasse. Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

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Magdeburg (dpa/sa) - Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat sich gegen verschärfte Versetzungsregelungen an den Realschulen in Sachsen-Anhalt ausgesprochen. Diese seien "unpädagogisch und ungerecht", teilte sie am Dienstag in Magdeburg mit. "Mitten in der Pandemie die jetzt geplanten Änderungen in Gang zu setzen, zeugt von wenig pädagogischem und sozialem Fingerspitzengefühl", sagte die GEW-Landesvorsitzende Eva Gerth.

Bislang müssen Schüler am Ende der sechsten Klasse in jedem Fach mindestens eine Vier erreichen, um in den Folgejahren den Realschulabschluss anstreben zu können. Eine schlechtere Leistung kann dabei durch eine bessere ausgeglichen werden. "In Zukunft sollen bereits zwei Vieren auf dem Zeugnis der sechsten Klasse ausreichen, damit das Kind automatisch in den Hauptschulbildungsgang rutscht", kritisierte Gerth.

Gerade an den betroffenen Schulformen nähere sich das Land einem flächendeckenden Unterrichtsausfall von bis zu 15 Prozent - auch deshalb seien die Stundentafeln dort in den letzten Jahren konstant zusammengestrichen worden, so die GEW. Durch die Einschränkungen der Pandemie habe sich die Situation nochmals verschlechtert. "Bei immer weniger Ressourcen immer bessere Leistungen zu erwarten, kann nicht funktionieren", meinte Gerth. Es würden Ideen und Ressourcen gebraucht, damit die soziale und leistungsgerechte Durchlässigkeit des Bildungssystems erhöht werden könne.

© dpa-infocom, dpa:210420-99-276344/2

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