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Sachsen-Anhalt Großbestellung für Laptop-Sofortprogramm für Schulen

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Was nutzt digitaler Unterricht von zuhause, wenn die Schüler gar kein Gerät haben, mit dem sie sich zuschalten können? Leihgeräte sollen nach den Erfahrungen der Corona-Krise Abhilfe schaffen - in Sachsen-Anhalt werden die ersten bald erwartet.

Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt hat eine Großbestellung aufgegeben, um Schulen im Land mit Laptops zum Verleihen an Schüler auszustatten. Das Land beschafft die Geräte für 48 öffentliche und private Schulträger, wie das Bildungsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Die Geräte sollen in einem Monat nutzbar sein und damit wenige Wochen nach dem Schuljahresstart. Ein Großteil der Städte, Gemeinden, Kreise und privaten Schulen kauft die Geräte nicht zentral über das Land ein, sondern kümmert sich selbst darum. Wann die Technik bei diesen 173 Trägern ankommt, hängt von den jeweiligen Lieferfristen ab.

Das Geld für die mobilen Computer kommt vom Bund. Über ein Sofortprogramm sollten die Schulen schnell eine größere Anzahl an Laptops und Tablets bekommen, um sie an Schülerinnen und Schüler zu verleihen. Damit reagiert der Staat auf die Erkenntnisse aus der Zeit der coronabedingten Schulschließungen, als manche Kinder und Jugendliche für den Heimunterricht keinen Computer zur Verfügung hatten oder sich ihn mit Geschwistern teilen mussten. Der Bund stellt insgesamt 500 Millionen Euro bereit.

In Sachsen-Anhalt stehen knapp 15,3 Millionen Euro zur Verfügung, wobei das Land den Eigenanteil übernimmt, den eigentlich die Kommunen leisten müssten. In den vergangenen Wochen hatten der Landkreistag und die Spitzenvertreter der Kommunen darüber diskutiert, wie sich die Technik am besten beschaffen lässt. Die Mittel müssten nicht nur zügig genutzt werden, sondern auch zur jeweiligen digitalen Infrastruktur der einzelnen Schule passen, sagte der Geschäftsführer des Landkreistags, Heinz-Lothar Theel. Deswegen habe sein Verband dafür geworben, dass alle Träger die Technik auch selbst bestellen.

Das Land wollte eigentlich alles in einem Aufwasch zentral bestellen, bot aber letztlich beide Möglichkeiten an. Wer wie viel Geld bekommt, wird anhand der Schülerzahl berechnet. So bekommt etwa die Stadt Stendal für ihre Grundschulen knapp 74 000 Euro, der Landkreis Harz hat knapp 940 600 Euro zur Verfügung. Magdeburg kann als kreisfreie Stadt mit vielen Schulen für 1,44 Millionen Euro Technik bestellen, Halle knapp 1,5 Millionen Euro.

Wie schnell die Laptops und Tablets tatsächlich von Schülerinnen und Schülern genutzt werden können, hängt neben dem Lieferdatum von weiteren Faktoren ab, wie Landkreistag-Geschäftsführer Theel sagte. So müssten noch die Betriebssysteme angepasst, Software-Lizenzen bestellt und Datenschutzfragen geklärt werden. In Sachsen-Anhalt sind derzeit noch Ferien. Das neue Schuljahr startet am 27. August.

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