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Sachsen-Anhalt Haftstrafe für 21-Jährigen nach tödlicher Messerattacke

(Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild)

Gut ein halbes Jahr nach einer blutigen Tat vor einer Wohnungstür ist das Urteil gesprochen worden. Die Verteidigung will den Richterspruch anfechten.

Halle (dpa/sa) - Nach einer tödlichen Messerattacke in einem Mehrfamilienhaus in Halle hat das Landgericht einen 21-Jährigen zu drei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt. Die Richter befanden ihn am Mittwoch der Körperverletzung mit Todesfolge und der gefährlichen Körperverletzung für schuldig. Die Staatsanwaltschaft hatte sechs Jahre Haft gefordert, die Verteidigung auf Freispruch plädiert. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Die Verteidigung kündigte an, dagegen Rechtsmittel einzulegen. Die Staatsanwaltschaft hatte den 21-Jährigen wegen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Der Deutsche hatte vor Gericht gestanden, im September 2020 in dem Haus vor einer Wohnungstür mit einem Küchenmesser auf zwei Männer eingestochen zu haben. Dabei kam ein 31-Jähriger laut Obduktion durch einen Stich ins Herz ums Leben. Ein gleichaltriger Freund wurde bei der Messerattacke schwer verletzt.

Als Motiv gab der Angeklagte Notwehr an. Er habe sich von den beiden Männern bedroht gefühlt. Deshalb habe er aus der Wohnung ein Küchenmesser geholt. Zudem habe er den fünf Jahre alten Sohn seiner Freundin, die einkaufen gewesen sei, beschützen wollen. "Es hätte Alternativen gegeben, um eine Gefahr abzuwenden, zum Beispiel die Polizei zu rufen", sagte der Vorsitzende Richter Jan Stengel in der Urteilsbegründung. Der 21-Jährige hatte nach der Tat die Polizei informiert. Er gab an, es habe mit den beiden 31-Jährigen Streitigkeiten um Drogen gegeben.

© dpa-infocom, dpa:210414-99-200306/3

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