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Sachsen-Anhalt Historisches Goethe-Theater feiert 220-jähriges Bestehen

Im Goethe-Theater bedient der Bühnenmeister Carsten Ritter die original erhaltene Untermaschinerie.

(Foto: Waltraud Grubitzsch/dpa-Zentralb)

Das Theater hat viele Stürme überstanden, seit es 1802 nach den Plänen von Johann Wolfgang von Goethe in dem einstigen Kurort errichten ließ. Heute zeigt es sich originalgetreu restauriert in neuem Glanz. Ungetrübte Jubelstimmung kommt aber nicht auf.

Bad Lauchstädt (dpa/sa) - Mit einer Festwoche wird das 220-jährige Bestehen des Goethe-Theaters in Bad Lauchstädt gewürdigt. Die Spielstätte wurde nach Ideen des Dichters Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) gebaut und am 26. Juni 1802 in dem einstigen Kurort eröffnet. Es ist laut Historikern das einzige original erhaltene Theatergebäude der Goethe-Zeit. "Unser Schwerpunkt ist deutsche Literatur und Musik", sagte René Schmidt, Geschäftsführer der Historischen Kuranlagen und des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt, zum Profil des Hauses.

Während der Festwoche gibt es von Freitag an bis zum 2. Juli Aufführungen, Lesungen und ein Konzert. Auf der Bühne werden unter anderem "Die Leiden des jungen Werthers" von Goethe, Schillers "Wilhelm Tell" und "Der zerbrochene Krug" von Kleist geboten. Auf dem Programm zum Theaterjubiläum steht der Klassiker schlechthin von Bad Lauchstädt, "Figaros Hochzeit". Die Oper sei eine der erfolgreichsten Inszenierungen, seit 20 Jahren im Spielplan. "Das Stück ist immer wieder frisch, mit großem Zuspruch beim Publikum", sagte Schmidt.

Mit Blick auf die Besucherzahlen sagte er, das Theater sei vor Corona im Schnitt zu 91 Prozent ausgelastet gewesen. Es hat kein eigenes Ensemble. Bad Lauchstädt ist eine Spielstätte für Künstler aus dem In-und Ausland. Die Saison geht von Ostern bis Oktober. Trotz der Lockerungen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie von Bund und Land und Hygienekonzepten seien 2022 bisher nicht die Besucherzahlen erreicht worden wie vor 2019. "Im Vergleich zu anderen Häusern sind wir immer noch gut", sagte Schmidt.

Allerdings sei zu beobachten, dass Menschen zurückhaltend geworden sind, was den Kauf einer Karte für Veranstaltungen betrifft. Die Sorge vor weiter steigenden Lebenshaltungskosten und einer eventuellen neuen Corona-Welle führten wohl dazu, dass Menschen das Geld zusammenhalten und auf einen Theaterbesuch verzichten wollen, oder es aus finanziellen Gründen auch müssen, sagte der erfahrene Kulturmanager. Eine feste Stütze des Hauses sei die pädagogische Arbeit. Vorstellungen für Schulen wie Goethes "Faust" seien meist ausverkauft. Der Zuspruch sei bei jungen Menschen "enorm".

Das Theater wurde seit 2015 bei laufendem Betrieb in vier Bauabschnitten restauriert. Der Zahn der Zeit hatte an dem Gebäude genagt, Schimmel machte sich breit. "Jetzt ist alles schick", sagte Schmidt. Insgesamt 6,2 Millionen Euro wurden den Angaben zufolge von Bund, Land, EU, Sponsoren und privaten Geldgebern investiert. Sorgsam gestaltet wurden unter anderem die gewölbte Decke im Zuschauerraum, die Logen oder die Bühnenvorhänge nach historischem Vorbild. Es gibt heute 452 Plätze im Theater. Zu Goethes Zeiten waren es 600, mit Stehplätzen, wie es damals üblich gewesen sei, sagte Schmidt.

Quelle: dpa

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