Regionalnachrichten

Sachsen-Anhalt Hitze und Trockenheit: Bäume dursten, Fische leiden

Ein Bewässerungsfahrzeug der Wasser- und Stadtwirtschaft gießt in Halle einen Baum am Straßenrand. Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/ZB

(Foto: Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/ZB)

Zumindest die Aussicht auf Regen ist da. Um der Natur angesichts der langen Trockenheit zu helfen, sind Mensch und Technik im Einsatz.

Halle/Leipzig (dpa/sa) - Die Menschen in Sachsen-Anhalt müssen sich vorerst weiter auf hohe Temperaturen einstellen - doch Regen ist in Sicht: Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet für Donnerstag mit Temperaturen zwischen 33 bis 35 Grad, wie ein Sprecher am Mittwoch in Leipzig mitteilte. In der Nacht zum Freitag ziehen DWD-Prognosen zufolge von Westen her erste Schauer und Gewitter auf, tagsüber sowie am Samstag soll es dann verbreitet zu Niederschlägen und Gewittern kommen. Örtlich seien auch Unwetter möglich, teilte der DWD mit.

Unterdessen werden angesichts der langen Trockenheit in Halle die Straßenbäume zusätzlich bewässert - mit einem eigens dafür umgerüsteten Fahrzeug. Wie eine Sprecherin der Stadtwerke mitteilte, wurde es mit einem sogenannten Gießarm ausgestattet. Das Fahrzeug mit dem großen Schlauch hat einen Tank, der 12 000 Liter Wasser fasst. Vor allem junge Bäume und ausgewählte Alleen sollen so mit ausreichend Wasser versorgt werden.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) rät den Menschen, dem Stadtbaum vor der Haustür auch mit Muskelkraft zu helfen. Ausgewachsene Bäume sollten einmal pro Woche mit etwa acht bis zehn Eimern, mit einem Fassungsvermögen von zehn Litern Wasser, gegossen werden. Dies sei effektiver als täglich eine kleine Menge, denn nur so erreiche das Wasser auch die tiefen Wurzeln, erklärte eine BUND-Sprecherin in Berlin. Andernfalls verbleibe das Wasser an der Oberfläche und verdunste.

Auch Fische leiden unter der Hitze. Wie ein Sprecher des Landesanglerverbandes in Halle sagte, sind in Sachsen-Anhalt vor allem kleine und flache Gewässer durch die hohen Temperaturen teils extrem warm. "Wir brauchen dringend Regen", sagte er. Um die Not zu lindern, seien Mitglieder von Anglervereinen dabei, Fische zum Beispiel aus dem Dorfteich in andere für die Arten geeignete Gewässer umzusetzen. Den Fischen fehle es ansonsten an Sauerstoff.

Die hohen Temperaturen bekämen vor allem Fischarten zu spüren, die normalerweise im kühlen Wasser leben. Dazu gehörten Forellen aus Bergregionen mit Bächen. Hingegen fühlten sich Karpfen im warmen Wasser eher wohl. Fische in größeren Flüssen wie der Elbe und Saale seien derzeit nicht so sehr von den Auswirkungen der Hitze bedroht. "So lange die Flüsse genug Wasser haben, ist es nicht so das Problem, weil auch die Strömungsgeschwindigkeit für Sauerstoff sorgt", erklärte der Sprecher. Dem Landesanglerverband gehören nach eigenen Angaben mehr als 100 Vereine mit rund 43 000 Mitgliedern an.

Newsticker