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Sachsen-Anhalt In Sachsen-Anhalt waren 30.000 Euro Falschgeld im Umlauf

Sichergestellte, gefälschte Euro-Banknoten werden bei der Bundesbank präsentiert. Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild

(Foto: Boris Roessler/dpa/Archivbild)

Vom falschen Fünfziger, Zwanziger und Zehner bis zu Euro-Münzen: Durch Falschgeld entsteht weiter Schaden. Ein neues Phänomen beschäftigt die Ermittler zunehmend.

Magdeburg (dpa/sa) - Im Zahlungsverkehr in Sachsen-Anhalt ist im vergangenen Jahr Falschgeld im Gesamtwert von rund 30 000 Euro entdeckt worden. Damit lag der Schaden rund 5000 Euro unter dem des Vorjahres, wie das Landeskriminalamt (LKA) in Magdeburg mitteilte. Am häufigsten wurden die 20-Euro-Falschgeldnoten entdeckt, sie machten 32 Prozent der sichergestellten Euro-Banknoten aus. Gefolgt wurden die falschen Zwanziger von den 50-Euro- und 10-Euro-Falschgeldnoten, die 30 und 22 Prozent ausmachten. Diese drei Stückelungen machen ungefähr 84 Prozent der im Zahlungsverkehr sichergestellten Falschgeldnoten aus.

Im ersten Halbjahr 2021 lag ihr Anteil noch höher bei etwa 90 Prozent. Zwischen Januar und Juni seien Euro-Scheine im Wert von rund 12.000 Euro sichergestellt worden, im Vorjahreszeitraum lag der Schaden bei etwa 13.000 Euro. Selbst Euro-Münzen werden gefälscht. Im vergangenen Jahr tauchten rund 700 falsche Münzen auf, das Schadensvolumen beziffert das LKA auf 1300 Euro, im Vorjahr seien es 1600 Euro gewesen. Die Fälschungen hätten ausschließlich die drei höchsten Münzen betroffen, zu 93 Prozent waren es Zwei-Euro-Münzen, zu 4 Prozent Ein-Euro-Münzen und drei Prozent 50-Cent-Münzen.

Seit einiger Zeit beschäftigen die Experten nicht mehr nur möglichst originalgetreu nachgemachte Euro-Noten, sondern auch so genannte veränderte Banknotenabbildungen. Nach dem Willen der Hersteller sollten diese "Blüten", auch "Prop Copy", "Movie Money", Souvenir-, Toten- oder Hochzeitsgeld genannt, nicht in den Zahlungsverkehr geraten, erklärte das LKA.

Die Scheine aus dem asiatischen Raum seien aber nach deutschem Recht dann Falschgeld, wenn sie mit echtem Geld verwechselt werden könnten und als echt in den Verkehr gebracht würden. Und das kommt offenbar nicht selten vor: Der Anteil dieser veränderten Banknotenabbildungen habe 2020 bei rund 43 Prozent aller im Zahlungsverkehr gestoppten Falschgeldnoten gelegen.

Außerhalb des Zahlungsverkehrs habe die Polizei im vergangenen Jahr etwa 450 und im ersten Halbjahr 2021 rund 1150 Euro-Banknoten sichergestellt, die als Falschgeld zu bewerten sind. Laut LKA handelt es sich dabei größtenteils um veränderte Banknotenabbildungen (VBNA). "Die VBNA-Varianten mit der Aufschrift "Movie Money" und "Prop Copy" werden von der Falschgeld-Analysestelle der Deutschen Bundesbank als zur Täuschung im Zahlungsverkehr geeignet eingestuft." Sie seien bei näherer Betrachtung anhand der fehlenden Sicherheitsmerkmale der Euro-Banknoten gut erkennbar.

Insgesamt erfasste die Polizei im vergangenen Jahr 394 Fälle, in denen Falschgeld in Umlauf gebracht oder es zumindest versucht wurde. Der Statistik zufolge wurde gegen 263 Tatverdächtige ermittelt. In Sachen Geldfälschen an sich wurden 12 Fälle, an denen 14 Tatverdächtige beteiligt gewesen sein sollen, registriert.

© dpa-infocom, dpa:210722-99-472428/2

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