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Sachsen-Anhalt Land will Netz für Corona-Schnelltests ausbauen

Ein Hinweisschild mit Aufschrift

(Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa)

Wer ins Theater oder Kino will, braucht einen tagesaktuellen negativen Corona-Test. Das soll nach dem Plan der Landesregierung ab 22. März gelten. Aber gibt es überhaupt genügend Möglichkeiten, diese Schnelltests machen zu lassen?

Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt soll das Netz mit Anlaufstellen für Corona-Schnelltests in den kommenden Tagen ausgeweitet werden. Ziel sei es, das Netz bis zum 22. März so stabil aufzubauen, dass jeder weiß, wohin er sich für einen Schnelltest wenden kann, sagte Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) am Dienstag nach einer Sitzung des schwarz-rot-grünen Kabinetts. Bereits ab Mittwoch soll es in allen Fieberzentren und den meisten Arztpraxen möglich sein, auch ohne Symptome einen kostenlosen Schnelltest zu machen, sagte ein Regierungssprecher.

Die Zentren waren bisher schon Anlaufstelle für die Corona-Labortests bei Anzeigen für eine Corona-Infektion. Auch viele Arztpraxen nehmen diese Abstriche. Die Landesregierung kündigte an, dass auch die Apotheken im Land unter Vertrag genommen werden sollen, um im großen Stil Tests anzubieten.

Seit Montag gilt die Zusage der Bundesregierung, dass jeder Bürger einmal in der Woche einen kostenlosen Corona-Schnelltest machen kann. Sie gehe davon aus, dass alle Apotheken sich beteiligen, sagte Grimm-Benne. Zunächst müssten die Apotheken genügend Tests beschaffen und weitere Vorbereitungen treffen.

Die Proben bei Schnelltests werden zwar von medizinischem Fachpersonal genommen, die Ergebnisse liegen aber binnen kurzer Zeit direkt vor Ort vor. Positive Ergebnisse müssen mit einem aufwendigeren PCR-Test im Labor abgesichert werden. Der intensive Einsatz von Schnelltests gilt neben Impfen als eine wichtige Strategie, um das Pandemiegeschehen zu kontrollieren und einzudämmen und trotzdem das öffentliche Leben wieder hochzufahren.

Auch die schwarz-rot-grüne Landesregierung hatte wiederholt betont, dass die seit 1. März forcierten Lockerungen mit vielen Tests und schnellem Impffortschritt flankiert werden müssten. Bei der seit Montag geltenden Verordnung, die unter anderem Terminshopping im Einzelhandel sowie die Öffnung von Museen, Kosmetik- und Nagelstudios sowie kontaktlosen Vereinssport im Freien zulässt, verzichtete die Regierung darauf, für einzelne Angebote den Nachweis eines tagesaktuellen negativen Schnelltests zu verlangen. Sie verwies darauf, dass erst die Testlogistik aufgebaut werden müsste.

Zuvor war Kritik daran aufgekommen, dass die Ankündigung von kostenlosen Schnelltests für alle am Montag in Sachsen-Anhalt nicht einlösbar war. Vor einer Woche hätten Bund und Länder beschlossen, die Testmöglichkeiten bis Ende März aufzubauen, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Es sei allen klar gewesen, dass ein Anspruch für 83 Millionen Menschen in Deutschland nicht über Nacht hochgezogen werden könne. Er verwies darauf, dass erst mit einer neuen Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums für alle beteiligten Ärzte, Kommunen und Apotheken die Rechtssicherheit bestehe, dass und zu welchem Höchstpreis der Bund die Kosten für die Corona-Schnelltests übernehme.

Bis zum 22. März soll das Netz mit ausreichend Schnelltest-Anlaufstellen stehen. Ein Grund für den Zeitplan ist, dass das Land ab 22. März weitere Lockerungen für Angebote plant, für die ein tagesaktueller Corona-Schnelltest vorliegen muss.

Wenn das Infektionsgeschehen es zulässt, sollen dann unter anderem Theater und Kinos öffnen dürfen sowie Außenterrassen von Cafés und Restaurants. Wer sie nutzen will, muss einen aktuellen negativen Corona-Schnelltest vorweisen. Dabei komme nur ein professionell durchgeführter Test infrage, aber nicht die Selbsttests für zuhause, sagte Grimm-Benne. So könne sichergestellt werden, dass das Ergebnis überprüft sei und ein Schreiben mit Datum und Unterschrift als Nachweis diene, dass der Betreffende aktuell negativ getestet sei.

Die seit Montag geltenden Lockerungen und weitere Öffnungsschritte sind laut Bund-Länder-Beschluss nur möglich, solange es im Landesschnitt weniger als 100 Fälle je 100 000 Einwohnern und Woche gibt. Am Dienstag gab das Robert Koch-Institut (RKI) diesen Wert für Sachsen-Anhalt wie schon am Montag mit 88,6 an. Nur in Thüringen ist er höher (134,8). Bundesweit steckten sich laut Übersicht in den vergangenen sieben Tagen rechnerisch 67,5 von 100 000 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus an.

In Sachsen-Anhalt wurden bisher gut 128 000 Menschen mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht 5,8 Prozent der Bevölkerung. Die volle Schutzwirkung nach zwei Impfdosen haben laut RKI rund 62 000 Männer und Frauen. Vorige Woche hatte das Land angekündigt, das Impftempo erhöhen zu wollen. Die ersten Arztpraxen unterstützten die Impfzentren bereits bei der Versorgung von Impfberechtigten, hieß es. Unterdessen boten die Arbeitgeber an, dass viele Unternehmen die Corona-Impfung für ihre Beschäftigten zeitnah selbst übernehmen könnten.

© dpa-infocom, dpa:210308-99-730760/4

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