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Sachsen-Anhalt Landrat: Burgenlandkreis beschließt Ausgangsbeschränkungen

Götz Ulrich (CDU), Landrat des Burgenlandkreises. Foto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

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Mit einer Inzidenz von über 500 ist der Burgenlandkreis aktuell bundesweiter Spitzenreiter. Die Krankenhäuser sind voll und die Sterbezahlen steigen immer schneller. Landrat Götz Ulrich (CDU) sieht sich gezwungen durchzugreifen.

Naumburg (dpa/sa) - Die Kreisverwaltung des Burgenlandkreises will zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre zwischen 21 und 6 Uhr verhängen. Ab kommenden Dienstag dürfen die Bewohner des Burgenlandkreises somit nicht mehr ohne triftigen Grund das Haus verlassen. Landrat Götz Ulrich (CDU) verkündete die Maßnahme am Freitagnachmittag. Sie gelte so lange bis die Inzidenz im Kreis für fünf Tage den kritischen Inzidenzwert von 200 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen unterschreite. Der Wert war in den vergangenen Tagen kontinuierlich gestiegen und lag am Freitag bei 510 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche.

Durch die strikte Ausgangsbeschränkung ist unter anderem das Spazieren oder Sport an der frischen Luft in diesem Zeitraum verboten. Ausnahmen gelten zum Beispiel für den Arbeitsweg und das Gassi-Gehen mit dem Hund. Die Supermärkte sollen laut Ulrich ab Dienstag bereits ab 20.30 Uhr schließen.

Ulrich kündigte außerdem an, dass in den Supermärkten ab Mittwoch nur noch wenige Besucher gleichzeitig auf der Verkaufsfläche sein dürften. Hier sollen verstärkt Kontrollen durchgeführt werden. Auch die Hygieneregeln und die Pflicht, einen Einkaufswagen zu nutzen sollen strikter durchgesetzt werden.

Er könne kaum noch schlafen, sagte ein sichtlich mitgenommener Landrat. "Wir haben doch mit die strengsten Einschränkungen im ganzen Bundesland." Die Sterberate, also das Verhältnis von Corona-Toten zu Infizierten, liege im Kreis deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Mutmaßlich könne eine Mutation des Virus in dem Kreis diese hohe Sterblichkeit verursachen, so Ulrich. Künftig würden daher mehrere nachgewiesene Viren aus dem Kreis genauer untersucht.

Die Entscheidung des Landrates kommt nicht unerwartet. "Das letzte Instrument, das uns jetzt noch bleibt, ist das Thema der Ausgangsbeschränkungen", sagte Ulrich am Mittwoch. Es gebe im Moment keine freien Intensivbetten für Corona-Patienten in keinem der drei Krankenhäuser im Kreis, sagte Ulrich. Man müsse zwingend von der hohen Inzidenz runterkommen.

Die Zahl der Corona-Toten hatte im Kreis in den letzten Tagen einen großen Sprung gemacht. Mehr als 120 Menschen waren seit Mittwoch vergangener Woche an oder mit dem Virus verstorben. Insgesamt gebe es in dem Kreis nun 232 Corona-Tote. Besonders extrem ist das Infektionsgeschehen in der Verbandsgemeinde Unstruttal mit einer Inzidenz von über 1200 Infektionen pro 100 000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen.

© dpa-infocom, dpa:210122-99-134494/3

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