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Sachsen-Anhalt Lebenserwartung im Land in Jahren 2020 und 2021 gesunken

Ein Sarg mit der Aufschrift

(Foto: Felix Kästle/dpa/Archivbild)

Corona hat in den Hochzeiten 2020 und 2021 in allen Bereichen Spuren hinterlassen. Auch bei den Lebenserwartungen. Bundesweit regionale Unterschiede zeugen auch vom Verhalten der Menschen in der Krise.

Magdeburg/Wiesbaden (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt ist die Lebenserwartung in den beiden Pandemiejahren 2020 und 2021 stark gesunken. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichen Statistik des in Wiesbaden ansässigen Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) hervor. Demnach lag die Lebenserwartung im Verlauf des Vorjahres bei Männern bei 75,20 Jahren, vor Corona im Jahr 2019 habe sie bei 76,73 Jahren und im ersten Pandemiejahr 2020 bei 76,34 Jahren gelegen. Für Frauen bezifferte das BiB die Lebenserwartung in 2021 mit 81,93 Jahren, 2019 lag sie bei 82,92 und 2020 bei 82,75 Jahren.

Das entspricht laut Statistik einen Rückgang von mehr als anderthalb Jahren bei Männern und knapp einem Jahr bei Frauen - von 2019 bis 2021. Sachsen-Anhalt liegt damit deutlich über dem Bundesdurchschnitt, den das BiB für den Zeitraum mit 0,61 Jahren (Männer) und 0,37 Jahren (Frauen) angibt.

"In der Betrachtung zwischen 2019 und 2021 haben die südlichen Regionen Ostdeutschlands die stärksten Rückgänge verzeichnet", sagte Mortalitätsforscher Markus Sauerberg laut Mitteilung. "Dabei gingen nicht nur Lebensjahre bei älteren Personen verloren. Bei Männern trug auch eine erhöhte Sterblichkeit im mittleren Alter zwischen 45 und 70 Jahren erheblich zu dieser Entwicklung bei." Vor Beginn der Pandemie war die Lebenserwartung in Deutschland jährlich um etwa 0,1 Jahr gestiegen. Eine sinkende Lebenserwartung von mehr als einem Jahr ist außerhalb von Kriegszeiten sehr ungewöhnlich.

Die Zahlen belegten die Gefahr, welche vom Coronavirus ausgehen kann, hieß es. Starke regionale Unterschiede verdeutlichten zusätzlich, dass neben den nationalen Rahmenbedingungen auch regionale Faktoren einen Einfluss auf die Sterblichkeit haben. Hierzu zählen laut Bundesinstitut etwa regionale Unterschiede in der Infektionslage, den ergriffenen Maßnahmen und dem Verhalten der Bevölkerung.

Quelle: dpa

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