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Sachsen-Anhalt Mehr Regen als im ganzen August: Gewitter in Sachsen-Anhalt

Ein Blitz schlägt am Morgen bei einem Gewitter über einer Landschaft ein. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild)

Die Gewitter toben sich nur sehr ausgewählt aus, aber die Orte, die es trifft, trifft es heftig: Am Wochenende brachten Gewitter einigen Sachsen-Anhalter richtig viel Regen.

Osterfeld/Leipzig (dpa/sa) - Mehrere heftige Gewitter und Unwetter sind am Wochenende über Sachsen-Anhalt hinweggezogen. Vor allem am Samstag gab der Deutsche Wetterdienst (DWD) den ganzen Tag über immer wieder Unwetterwarnungen heraus, vor allem für den Süden und Osten des Landes. Die Gewitter waren meist sehr klein und zogen sehr langsam, in einigen Orten regnete es an einem Wochenende mehr als sonst in einem ganzen Monat. Deutliche Milderung der anhaltenden Dürre brachten sie nicht. Und auch die kommenden Tage bringen laut Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes kaum kostbares Nass von oben.

Am meisten Niederschlag prasselte zwischen Freitag und Sonntag auf Bernburg nieder, wie DWD-Meteorologe Florian Engelmann in Leipzig sagte. Die Messstation in der Kreisstadt des Salzlandkreises registrierte binnen 48 Stunden 72 Liter Regen je Quadratmeter. Das ist mehr als in der Stadt im Schnitt im ganzen August fällt (54,2 Liter je Quadratmeter).

Für Harzgerode brachten die Gewitter 54 Liter auf den Quadratmeter binnen 48 Stunden, in Osterfeld (Burgenlandkreis) waren es 33, in Magdeburg 32 Liter. Verbreitet regnete es aber auch wenig bis gar nicht. So ging beispielsweise Wittenberg komplett leer aus.

Größere Probleme meldeten Polizei und Rettungskräfte nicht. Allerdings musste die Feuerwehr allein in Magdeburg am Samstagabend wegen der heftig prasselnden Gewitter 63 Mal zu Einsätzen ausrücken, weil Keller überflutet oder Bäume umgestürzt waren. In der Landeshauptstadt fiel zudem am Sonntagmorgen ein 79 Jahre alter Mann in ein Baustellenloch, weil die durchnässte Erde, die eine Behelfsbrücke stützen sollte, nachgab. Er wurde leicht verletzt. Auch anderswo gab es kurzzeitig Behinderungen durch den starken Regen. Bereits am Freitag musste eine Straße zwischen Harzgerode und Mägdesprung halbseitig gesperrt werden, weil Geröll abgerutscht war.

Sachsen-Anhalt leidet wegen geringer Niederschläge und mehreren Dürrejahren in Folge nahezu flächendeckend unter extremer Trockenheit. Daran ändere die aktuelle Gewitter-Lage nichts, sagte Engelmann. Der Starkregen fließe größtenteils weg statt in den Boden einzusickern. Zudem seien die Gewitter in ihrer Ausdehnung zu klein.

Besserung könnte es in der Nacht zu Dienstag geben, doch sie ist nur klein: Während die DWD-Computer am Samstag verbreitet noch bis zu 15 Liter je Quadratmeter vorhergesagt hatten, schmolz die Prognose am Sonntag auf 5 Liter je Quadratmeter. Es sei zuletzt öfter passiert, dass es weniger regne, als die Prognosen angenommen hätten, sagte Engelmann. Doch auch fünf Liter wären ein Anfang. "Zumindest der Rasen wird dann wieder ein bisschen grün."

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