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Sachsen-Anhalt Mehr Sachsen-Anhalter warten auf eine Organspende

Ein Organspendeausweis, aufgenommen vor dem Modell eines menschlichen Torsos. Foto: Daniel Maurer/dpa/Archivbild

(Foto: Daniel Maurer/dpa/Archivbild)

Magdeburg (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt warten derzeit mehr Menschen auf ein Spenderorgan als noch vor einem Jahr. 361 Patienten aus Sachsen-Anhalt standen im Januar auf der Warteliste der Vermittlungsstelle Eurotransplant, wie die Techniker Krankenkasse (TK) am Freitag mitteilte. Das waren 25 Menschen mehr als im Januar 2018. Die mit Abstand meisten Patienten (292) warten derzeit auf eine Niere, 35 auf ein Herz, 30 auf eine Leber. Auf eine gespendete Bauchspeicheldrüse warten 15 Patienten, 5 auf eine Lunge.

Aus der Länge der Warteliste lasse sich aber nicht die Spendenbereitschaft ableiten, da die Liste auch durch Todesfälle unter den Anwärtern variiere, sagte eine TK-Sprecherin. 2019 war in Sachsen-Anhalt die Zahl der Organspender jedoch zurückgegangen. Laut Deutscher Stiftung Organtransplantation (DSO) spendeten im vorigen Jahr 32 Menschen nach ihrem Tod Organe - 7 weniger als 2018. Die Spendenbereitschaft ist in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen besonders gering: Laut einer Umfrage der TK im Dezember haben dort nur 27 Prozent der Erwachsenen einen Organspende-Ausweis. Bundesweit sind es 40 Prozent.

Die Politik versucht seit Langem, die Spendenbereitschaft der Deutschen zu erhöhen. Der Bundesrat billigte am Freitag eine Reform der Organspende in Deutschland, mit der die Bürger häufiger mit der Frage konfrontiert werden. Demnach sollen alle Bürger mindestens alle zehn Jahre direkt beim Abholen des Personalausweises auf das Thema angesprochen werden - Organentnahmen bleiben aber weiterhin nur mit ausdrücklicher Zustimmung erlaubt. In Kraft treten sollen die neuen Regeln voraussichtlich 2022.

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