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Sachsen-Anhalt Mehrere Kundgebungen wegen Corona-Pandemie in Magdeburg

(Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa)

Magdeburg (dpa/sa) - In Magdeburg haben am Samstag mehrere Organisatoren Kundgebungen zur Corona-Pandemie veranstaltet. Das Bündnis "Solidarisches Magdeburg" warnte bei seiner Aktion in der Innenstadt vor einer Spaltung der Gesellschaft und wollte mit den Passanten ins Gespräch kommen. "Menschen haben ein Recht auf ihre Angst, aber wir müssen aufpassen, dass wir sie nicht verlieren an Rattenfänger", sagte Mitorganisatorin Franka Kretschmer. Das Geschehen sei komplex. Andere zu gefährden, sei jedoch keine Freiheit. Anlass der Kundgebung war eine Demonstration des sogenannten "Querdenker 391"-Bündnisses auf dem Marktplatz.

Dort versammelten sich nach Polizeiangaben rund 250 Menschen, um unter anderem gegen die Corona-Schutzmaßnahmen zu demonstrieren. Die Motivation der Demoteilnehmer sei vielfältig, sagte einer der Organisatoren ins Mikro. Es gebe Anhänger, die wollten das Kaiserreich zurück, andere wollten die Demokratie reformieren, wieder andere wendeten sich gegen eine Impfpflicht. Mehrere Demonstranten trugen Shirts oder hielten Plakate hoch, auf denen "Wir sind die 2. Welle" zu lesen war. Vereinzelt wurden schwarz-weiß-rote Flaggen aus der Zeit des Deutschen Kaiserreichs von 1871 geschwenkt.

Verfassungsschützer warnen schon länger, dass sich bei Anti-Corona-Demos Extremisten unter die Teilnehmer mischen. "In der Mehrzahl sind es derzeit noch Personen ohne jeglichen extremistischen Hintergrund", sagte jüngst etwa Sachsen-Anhalts Verfassungsschutzchef Jochen Hollmann. "Bei denjenigen, die versuchen, diese Proteste für ihre Zwecke zu instrumentalisieren, dominieren Rechtsextremisten."

Das Bündnis "Solidarisches Magdeburg" verwies darauf, dass sich Rechtsextremisten bei "Querdenken 391" nicht nur bei den Demonstranten einreihten, sie gehörten zu den Mitorganisatoren. Auch in anderen deutschen Städten gibt es sogenannte Querdenker-Demos.

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