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Sachsen-Anhalt Mithäftling misshandelt: Vollzugsbeamte haben Zweifel

Ein Justizmitarbeiter schließt die Tür zu einem Verhandlungssaal. Foto: Patrick Pleul/zb/dpa/Symbolbild

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Halle (dpa/sa) - In dem Prozess gegen vier Männer, die vor zwei Jahren in der Jugendanstalt in Raßnitz (Saalekreis) einen Mithäftling misshandelt haben sollen, haben dort tätige Vollzugsbeamte Zweifel an der Darstellung des Opfers geäußert. Der vermeintlich Geschädigte sei "durch und durch ein Lügner und Betrüger", sagte ein Vollzugsbeamter am Donnerstag im Landgericht Halle. Auch nach der Sichtung von Videomaterial beschlichen ihn Zweifel am Vorwurf gegen die vier Männer.

Die Staatsanwaltschaft wirft den zwischen 1998 und 2002 geborenen Angeklagten Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung vor. Sie sollen in der Jugendstrafanstalt vor zwei Jahren einen Mithäftling körperlich misshandelt und "gemeinschaftlich sexuelle Handlungen an ihm vorgenommen haben", teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Auch der vor zwei Jahren zuständige Wohngruppenleiter in der Haftanstalt attestierte dem als Nebenkläger auftretenden Geschädigten einen manipulativen Charakter. In der Vergangenheit hätten sich ähnliche Vorwürfe des Opfers als haltlos erwiesen. Allerdings habe es bei der Aufarbeitung innerhalb der Jugendstrafanstalt eine Aussage gegeben, die den Schilderungen des Opfers entsprächen, sagte der Vollzugsbeamte.

Der Prozess fand nun doch gegen vier anstatt wie zunächst vom Gericht angekündigt gegen drei Angeklagte statt. Das abgetrennte Verfahren gegen den vierten Beschuldigten wurde wieder angehangen, da er wider Erwarten am Donnerstag zu dem Prozess gekommen war.

© dpa-infocom, dpa:210303-99-675140/3

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