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Sachsen-Anhalt Nachbargebäude der jüdischen Gemeinde in Halle beschmiert

Ein Blaulicht leuchtet an einer Polizeistreife. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild)

Halle (dpa/sa) - In Halle ist in der Nacht auf Freitag ein Nachbargebäude der jüdischen Gemeinde von bisher Unbekannten mit Graffiti beschmiert worden. Es werde geprüft, ob es einen Zusammenhang zu der Gemeinde gebe, sagte eine Polizeisprecherin am Freitag. Die Schriftzüge seien jedoch unleserlich gewesen, so dass zunächst keine Angaben zu einem etwaigen antisemitischen Hintergrund gemacht werden könnten. Es werde wegen Sachbeschädigung ermittelt. Die Polizei hatte zunächst berichtet, das Gebäude der jüdischen Gemeinde selbst sei beschmiert worden.

Erst am Dienstag hatten Polizisten Schmierereien am jüdischen Denkmal in der Innenstadt von Halle entdeckt. In diesem Fall wird ein antisemitischer Hintergrund nicht ausgeschlossen; der Staatsschutz ist in die Ermittlungen involviert.

Halle war vor gut einem Jahr mit einem rechtsterroristischen Anschlag weltweit in die Schlagzeilen geraten. Am 9. Oktober 2019 hatte ein schwer bewaffneter Täter Sprengsätze über die Mauer des Geländes der Synagoge geworfen und versucht, in das Gotteshaus einzudringen. Dort feierten mehr als 50 Gläubige den höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur.

Als das Eindringen misslang, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin, tötete beim Angriff auf einen nahe gelegenen Dönerimbiss einen 20-Jährigen und verletzte und traumatisierte zahlreiche weitere Menschen, ehe er nach rund eineinhalb Stunden gefasst wurde. Seit vergangenem Juli läuft vor dem Oberlandesgericht Naumburg der Prozess gegen den Deutschen Stephan Balliet. Der 28-Jährige hat die Tat vor Gericht eingeräumt.

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