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Sachsen-Anhalt Rentner misshandelt und getötet: Angeklagter schweigt

Handschellen liegen auf einem Tisch. Foto: Armin Weigel/dpa/Symbolbild

(Foto: Armin Weigel/dpa/Symbolbild)

Dessau-Roßlau (dpa/sa) - Ein 54-Jähriger, der einen Rentner auf der Gassi-Runde verschleppt, misshandelt und getötet haben soll, will sich vor Gericht nicht zu den Vorwürfen äußern. "Mein Mandant schweigt", erklärte der Verteidiger des Angeklagten am Mittwoch am Landgericht Dessau-Roßlau knapp. Der Mann, der wegen Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Mordes angeklagt ist, folgte der Verlesung der Anklage aufmerksam und ruhig. Er behielt seinen hellblauen Mund-Nase-Schutz auf, trug ein graues T-Shirt mit Aufdruck und Jeans.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 54-Jährigen aus einem Ortsteil von Jessen vor, für den Tod des 77-Jährigen in Zahna-Elster (Landkreis Wittenberg) verantwortlich zu sein. Beide sollen sich zufällig getroffen haben und in Streit geraten sein. Sie kannten sich aus einem Verfahren gegen den jetzt Tatverdächtigen, in dem der Rentner als Zeuge ausgesagt hatte.

Laut Anklage stieß der Angeklagte sein Opfer auf die Ladefläche eines Transporters und brachte ihn zu seinem Grundstück. Dort soll er dem Senioren Verletzungen an Rumpf und Kopf zugefügt und ihn gezwungen haben, Alkohol zu trinken. Später habe er ihn - möglicherweise mit einem noch unbekannten Mittäter - zum abgelegenen Wassergraben gebracht. Der Angeklagte habe gewusst, dass das Opfer im kalten Wasser in der Winterzeit nicht überlebt.

Dort war der 77-Jährige am 28. Januar 2019 ertrunken gefunden worden. Am Tag zuvor war er mit seinem Hund Findus zum Gassigehen aufgebrochen und nicht zurückgekehrt. Nach umfangreichen Ermittlungen wurde der nun Angeklagte etwa 14 Monate später im März 2020 inhaftiert. Der Mann war durch eine DNA-Spur ins Visier der Ermittler geraten.

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