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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt will Kontaktbeschränkungen lockern

Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt, bei der Kabinettspressekonferenz. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

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Magdeburg (dpa/sa) - Die Sachsen-Anhalter sollen sich bald wieder mit mehr Menschen treffen dürfen. Derzeit sei angedacht, dass ein Hausstand wieder mit bis zu fünf weiteren Menschen zusammenkommen darf, sagte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) am Dienstag nach Beratungen mit seinem schwarz-rot-grünen Kabinett. Bisher ist nur erlaubt, dass sich ein Haushalt mit einem weiteren Menschen trifft. Die Lockerung könnte im sogenannten Sachsen-Anhalt-Plan und den damit verbundenen neuen Corona-Regeln nach dem 10. März in Kraft treten. Zudem sollen schrittweise Wirtschaftsbereiche sowie der Kultur- und Freizeitbetrieb wieder hochgefahren werden.

Vorige Woche hatte Haseloff einen ersten Entwurf für einen Stufenplan vorgestellt, der allerdings von vielen Verbänden und Interessensvertretern als unzureichend kritisiert wurde.

Er sah vor, bei einem Unterschreiten von 50 Neuinfektionen je 100.000 Einwohnern und Woche die Kontaktregeln zu lockern. Zudem sollte der Einzelhandel nach telefonischer Terminvergabe für einzelne Kunden seine Läden öffnen dürfen und auch Museen sollten wieder zugänglich sein. Bei weniger als 35 Fällen je 100.000 Einwohnern und Woche sollte der Einzelhandel regulär öffnen können und auch Restaurants, Theater, Kinos, Schwimmhallen und Freizeitparks den Betrieb wieder aufnehmen.

Viele Wirtschaftsvertreter bezeichneten das angesichts der aktuellen Infektionslage mit derzeit mehr als 94 Fällen je 100.000 Einwohnern und Woche als "Abwarteszenario" oder "Open-End-Lockdown". Jetzt kündigte Ministerpräsident Haseloff an, erste Öffnungen schon zwischen 50 und 100 Fällen je 100.000 Einwohnern und Woche vorzusehen und alle Pläne jeweils eine Stufe vorzuziehen. Gleichzeitig sollen das Impftempo erhöht und mehr Menschen per Corona-Schnelltest getestet werden. Ob das passiert, hängt von den Ergebnissen der Bund-Länder-Runde ab. Die Regierungschefs von Bund und Ländern besprechen am Mittwoch das weitere Vorgehen. Bisher gelten die Grenzwerte von 50 und 35 Infektionen je 100.000 Einwohnern und Woche als Voraussetzungen für Lockerungen. Einige Ministerpräsidenten warnen davor, dass zu viele Öffnungen eine dritte Infektionswelle beschleunigen könnten.

Seit Herbst gelten in Sachsen-Anhalt wie bundesweit sehr strenge Beschränkungen. Das öffentliche Leben wurde größtenteils per Verordnung heruntergefahren. So sollte das Corona-Infektionsgeschehen eingedämmt werden, das rund um den Jahreswechsel mit vielen Intensivpatienten und Todesfällen einher ging. Seither hat sich die Situation entspannt, Sachsen-Anhalt ist aber im Bundesvergleich weiterhin überdurchschnittlich stark betroffen.

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