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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalter spielen im ersten Halbjahr mehr Lotto

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Die Corona-Pandemie samt Lockdown hat die Sachsen-Anhalter nicht vom Lottospiel abgehalten. Sie haben sogar mehr eingesetzt als zuvor. Und mehr gewonnen haben sie auch.

Magdeburg (dpa/sa) - Trotz der Corona-Pandemie und zeitweise geschlossener Verkaufsstellen haben die Sachsen-Anhalter im ersten Halbjahr mehr Geld für Lotto ausgegeben. Die Spieleinsätze stiegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,2 Prozent auf 96,3 Millionen Euro, wie die Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt auf Nachfrage mitteilte. Damit habe jede Sachsen-Anhalterin und jeder Sachsen-Anhalter durchschnittlich 1,68 Euro pro Woche für Lotto-Produkte ausgegeben. Das seien fünf Cent mehr gewesen als im ersten Halbjahr 2019.

Es wurde mehr gespielt und damit auch mehr gewonnen: Von Januar bis Juni seien 19 800 Geldgewinne geflossen, ein Plus von 350 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Sie reichten von einem Euro auf einem Rubbellos bis zu 12,99 Millionen Euro, die Anfang Februar ein Lotto-Spieler aus der Region Dessau-Roßlau gewann. Ein weiterer Lotto-Spieler in Halle erhielt Ende Mai 6,4 Millionen Euro. Er hatte den Jackpot der Zusatzlotterie Spiel 77 geknackt.

Während des Lockdowns waren den Unternehmensangaben zufolge 57 von 665 Lotto-Verkaufsstellen tage- oder wochenweise geschlossen, das entsprach 9 Prozent. Seit Mitte Mai seien alle Verkaufsstellen wieder offen. Während des Lockdowns wurde mehr online gespielt, hieß es weiter. Der Anteil sei von 4,1 auf 5,1 Prozent gestiegen.

Lotto-Toto Sachsen-Anhalt unterstützt zahlreiche gemeinnützige Projekte von Sport über Kultur bis zum Denkmalschutz. Der Landesrechnungshof hat in einem aktuellen Prüfbericht einige Förderungen moniert. So sei deutlich mehr Geld als eigentlich zulässig an die Historische Kuranlage und das Goethetheater Bad Lauchstädt geflossen, kritisch sei auch die Dauerförderung jährlicher Kulturveranstaltungen wie etwa der Händelfestspiele in Halle. Auch die Besetzung von Bezirksleiterstellen sahen die Rechnungsprüfer kritisch.

Zu den jüngsten Aktionen von Lotto-Toto gehört ein Hilfsfonds für gemeinnützige Vereine, Verbände und Einrichtungen, der am 3. April ins Leben gerufen worden war. Eine Million Euro wurden zur Verfügung gestellt, um Schäden auszugleichen, die etwa durch den Ausfall von Veranstaltungen entstanden sind. Laut Lotto-Toto ist bislang mehr als ein Drittel ausgezahlt. Bis zum Antragsschluss seien mehr als 300 Anträge mit einem Gesamtumfang von 1,3 Millionen Euro eingegangen. 116 seien bislang bewilligt, 17 Anträge wurden abgelehnt, weil die Antragsteller beispielsweise keine Gemeinnützigkeit nachweisen konnten oder jemand anderes zuständig für die Kosten war.

Über die klassische Lottoförderung hätten im ersten Halbjahr 155 Projekte eine Förderzusage bekommen. Insgesamt entsprach das rund 2,6 Millionen Euro, wie es hieß. Wer wegen der Corona-Pandemie geplante Veranstaltungen schieben oder verändern müsse, bekomme mehr Zeit, die Mittel später oder nur in Teilen abzufordern.

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