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Sachsen-Anhalt Statistiker: Wirtschaft bricht weniger als im Schnitt ein

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Halle (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt hat die Corona-Krise bisher nicht so starke Auswirkungen auf die Wirtschaft gehabt wie in anderen Teilen Deutschlands. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) des Landes sei im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 5,2 Prozent zurückgegangen, teilte das Statistische Landesamt am Donnerstag in Halle mit. Damit fiel das Minus geringer aus als im Schnitt aller Bundesländer (minus 6,6 Prozent). Auch die ostdeutschen Länder ohne Berlin mussten mit durchschnittlich minus 5,8 Prozent den Angaben zufolge einen größeren Rückgang der Wirtschaftsleistung verkraften als Sachsen-Anhalt allein.

Dass sich die Krise unterschiedlich stark auswirkt, hängt den Angaben zufolge mit der regional unterschiedlichen Wirtschaftsstruktur und der Entwicklung einzelner Branchen zusammen. So sei in Sachsen-Anhalt die Wirtschaftsleistung in der Industrie nicht so stark zurückgegangen wie im Bundesschnitt. Die Bauwirtschaft habe für positive Impulse gesorgt.

Zuvor hatte bereits die Norddeutsche Landesbank in einer Studie zu den Corona-Auswirkungen prognostiziert, dass Sachsen-Anhalt von der Krise nicht so stark betroffen sein werde. Allerdings gehörte das Land in den Vorjahren oft zu den Bundesländern, die weniger vom jahrelangen Aufschwung profitierten. So verzeichnete Sachsen-Anhalt im vergangenen Jahr ein Wirtschaftswachstum von 0,2 Prozent - während das Bruttoinlandsprodukt bundesweit um 0,6 Prozent zulegte.

Das Bruttoinlandsprodukt beschreibt den Gesamtwert aller Güter, Waren und Dienstleistungen, die im Inland binnen eines Jahres produziert werden. Das Statistische Landesamt verwies darauf, dass die Corona-Situation die länderspezifische Datenlage einschränkte und die Berechnungen größere Unsicherheiten aufweisen könnten als üblich.

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