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Sachsen-Anhalt Stiftung für mehr Personal in Sachsen-Anhalts Horten

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Dass Grundschüler nach Unterrichtsende den Hort besuchen, ist in Sachsen-Anhalt üblich. Es gibt auch längst einen Rechtsanspruch. Vor dem Hintergrund des Starts eines solchen bundesweiten Anspruchs hat sich die Bertelsmann Stiftung die Lage in den Ländern angeschaut.

Magdeburg/Gütersloh (dpa/sa) - Die Bertelsmann Stiftung hält für eine Verbesserung der Ganztagsbetreuung von Grundschülern in Sachsen-Anhalt mehr Personal für nötig. Hierzulande kümmere sich in den Horten eine Fachkraft um durchschnittlich 15,6 Kinder, wie aus dem "Fachkräfte-Radar für KiTa und Grundschule 2022" hervorgeht, den die Stiftung am Dienstag vorstellte. Der Personalschlüssel sei damit ungünstiger als im ostdeutschen Schnitt mit 1 zu 14 und gravierend schlechter als in Westdeutschland mit 1 zu 6.

In Sachsen-Anhalt wären für dieses 1:6-Verhältnis 6000 Fachkräfte mehr nötig, heißt es in der Studie. Das seien mehr als dreimal so viele wie die 1800 Fachkräfte, die laut Prognose bis zum Jahr 2030 als neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Sachsen-Anhalt verfügbar sein könnten. Den Aspekt der zusätzlichen Kosten nahm die Bertelsmann Stiftung nicht in den Blick.

Die Bertelsmann Stiftung empfiehlt für alle Grundschüler ein ganztägiges Angebot mit einer - gemessen an der Personalausstattung - vergleichbaren Qualität wie im Westen. Dort ist die sogenannte Teilhabequote allerdings auch geringer als im Osten: Laut den Experten nutzen in Westdeutschland 47 Prozent der Kinder ein Ganztagsangebot, 18 Prozent eines bis gegen 14.30 Uhr. Im Osten werden 83 Prozent der Kinder ganztags betreut und 3,5 Prozent bis in den frühen Nachmittag.

Hintergrund der Studie ist der ab 2030 für bundesweit alle Grundschüler geltende Rechtsanspruch auf eine ganztägige Förderung mit einem Umfang von 40 Stunden wöchentlich. In Sachsen-Anhalt gilt der Rechtsanspruch auf Betreuung in einem Hort bereits seit Jahrzehnten, ebenso wie in Kitas.

Der zusätzliche Fachkräftebedarf in Sachsen-Anhalt falle mit rund 4300 Personen geringer aus, wenn im Jahr 2030 zwar die Personalausstattung den westdeutschen Schnitt erreicht, die Teilhabequote aber auf dem gegenwärtigen Niveau bleibt. Der Studie zufolge nutzen im Land 74 Prozent der Kinder im Grundschulalter ein Ganztagsangebot und acht Prozent ein Übermittagsangebot bis 14.30 Uhr. Sachsen-Anhalt liege damit unter dem Schnitt der ostdeutschen Bundesländer von rund 86 Prozent.

Quelle: dpa

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