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Sachsen-Anhalt "Stromer" bei der Landesregierung noch Mangelware

Zwei Fahrzeuge stehen an einer Ladesäule für E-Autos vor dem Ministerium für Landesentwicklung in Magdeburg.

(Foto: Peter Gercke/dpa-Zentralbild/dpa)

Bei Dienstfahrten von Mitgliedern der Landesregierung sind "Stromer" noch Mangelware. Die meisten Dienstwagen haben noch einen Verbrennungsmotor.

Magdeburg (dpa/sa) - Rein elektrisch betriebene Autos sind bei der Landesregierung von Sachsen-Anhalt derzeit noch die Ausnahme. 84 Kfz mit Verbrennungsmotoren stehen lediglich 6 E-Autos gegenüber, hinzu kommen 13 Hybridfahrzeuge, wie eine Anfrage ergab. Als Hauptgründe für den schleppenden Umbau der Fahrzeugflotte werden die nach wie vor hohen Kosten für E-Fahrzeuge sowie die derzeit noch zu gering ausgebaute interne und öffentliche Infrastruktur der Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Sachsen-Anhalt genannt.

Beispiel Finanzministerium: Dort sind derzeit 8 Fahrzeuge unterwegs, davon 1 E-Auto und 1 Hybridfahrzeug. Im dazugehörigen Landesbetrieb Bau- und Liegenschaftsmanagement Sachsen-Anhalt sind es 36 Fahrzeuge, davon 3 Hybridfahrzeuge. In den Finanzämtern sind es 6 Fahrzeuge, davon kein E-Auto oder Hybridfahrzeug, wie ein Sprecher berichtete.

Bei der Frage nach Hemmnissen für die Erweiterung der Fahrzeugflotten um E-Autos verweist die Landesregierung auf die nachzuweisende Wirtschaftlichkeit der Fahrzeuge. Die bisherigen Erfahrungen bei der Erprobung der Wirtschaftlichkeit von Elektrofahrzeugen hätten gezeigt, "dass eine Vollausstattung der Fahrzeugflotten in absehbarer Zeit mangels Zusammenspiel von Angebot und Nachfrage nicht umsetzbar ist", wie der Sprecher des Finanzministeriums mitteilte. Die Leasingkosten und die Reichweite der rein elektrisch betriebenen Fahrzeuge seien bislang in keinem wirtschaftlichen Verhältnis.

Derzeit können laut der Kraftfahrzeugrichtlinien des Landes Sachsen-Anhalt für die Beschaffung von Dienstkraftfahrzeugen mit alternativen Antriebstechniken die Höchstpreise und -grenzen um bis zu 50 Prozent überschritten werden. Zur Erprobung eines wirtschaftlichen Einsatzes von Fahrzeugen mit reinem Elektroantrieb hat das Ministerium der Finanzen entsprechende Ausnahmen bis zum 31. Dezember zugelassen.

Weiterer Knackpunkt: Die mangelnde Infrastruktur der Ladestationen für Elektrofahrzeuge in Sachsen-Anhalt, die den erweiterten Einsatz von Elektrofahrzeugen einschränkt. Neben 20 Ladesäulen auf dienstlich genutzten Liegenschaften des Landes stehen dort weitere Ladepunkte in Form von Wallboxen zur Verfügung beziehungsweise bestehen zusätzlich Lademöglichkeiten über Schutzkontaktsteckdosen.

Quelle: dpa

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