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Sachsen-Anhalt Tarifverhandlungen für 17 000 Beschäftigte im Großhandel

Eine Warnweste mit dem Verdi-Logo und eine rote Trillerpfeife. Foto: Christophe Gateau/Archivbild

(Foto: Christophe Gateau/dpa)

Petersberg (dpa/sa) - Für die rund 17 000 Beschäftigten im Groß- und Außenhandel in Sachsen-Anhalt haben die Verhandlungen um mehr Lohn begonnen. Vertreter von Arbeitgebern und Arbeitnehmern trafen am Freitag in Petersberg bei Halle zur ersten Tarifrunde zusammen. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert für die Beschäftigten ein Lohnplus von 6,5 Prozent in einem Jahr.

Zudem will sie die Einigung für allgemeinverbindlich erklären lassen, wie Verdi-Sprecher Jörg Lauenroth-Mago sagte. Bei einem solchen Schritt gelten die Löhne nicht nur für Mitarbeiter tarifgebundener Unternehmen, sondern für alle Beschäftigten der Branche. In ungebundenen Betrieben sei die Bezahlung zum Teil so niedrig, dass auch bei Vollzeit die Altersarmut drohe, argumentierte Verdi.

Die Verhandlungspartner müssten einer Allgemeinverbindlichkeit zustimmen, lehnen das aber rigoros ab. Das sei der falsche Weg, sagte Judith Röder vom Arbeitgeberverband. Sie bot zum Auftakt ein Lohnplus von 2,5 Prozent mit einer Laufzeit von zwei Jahren an. Das sei angesichts der abflauenden Konjunktur eine "Hausnummer", so Röder.

Die Gewerkschaft nannte das Angebot hingegen "völlig unzureichend". Am 7. Juni wird in Magdeburg weiterverhandelt. In Sachsen-Anhalt sind etwa die Zentrallager der genossenschaftlichen Edeka-Märkte, von Rewe oder Netto, wichtige Arbeitgeber im Großhandel. Auch die Kette Metro und der Pharma-Großhändler Gehe in Halle gehören laut Verdi dazu.

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