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Sachsen-Anhalt "Temporärer Lockdown"? Bund und Länder verhandeln Neuregeln

Reiner Haseloff, der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbid/dpa/Archivbild

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Magdeburg (dpa/sa) - Wegen der deutlich gestiegenen Infektionszahlen beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder heute über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bereitete die Sachsen-Anhalter am Dienstag darauf vor, dass bei der Videoschalte am heutigen Mittwoch weitere bundesweite Einschränkungen beschlossen werden könnten. Diskutiert werde etwa ein "temporärer Block eines Lockdowns in Deutschland", sagte Haseloff. Der könnte demnach drei bis vier Wochen lang gelten.

Unter einem Lockdown versteht man weitreichende Einschränkungen des öffentlichen Lebens. Zur Bekämpfung der ersten Corona-Welle hatten Bund und Länder beschlossen, Schulen und Kitas zu schließen sowie Kultur- und Sporteinrichtungen für die Öffentlichkeit zu sperren.

Eine erneute Schließung von Schulen und Kitas sollte unbedingt vermieden werden, ist sich die Landesregierung in Sachsen-Anhalt einig. Um das zu erreichen, müsse man in anderen Bereichen "wahrscheinlich eben doch erhebliche Einschränkungen vorübergehend in Kauf nehmen", sagte der Chef der Staatskanzlei, Rainer Robra. Das betreffe vor allem Kontaktbeschränkungen wie eine weitere Begrenzung der Gästezahlen bei Feiern und Veranstaltungen, diskutiert werde außerdem eine Sperrstunde.

Wie die Einschränkungen konkret aussehen, war am Dienstag jedoch noch nicht absehbar, sagte Haseloff. "Die Kanzlerin hat noch nichts gesagt", sagte der Chef der Magdeburger Kenia-Koalition. Am Mittwochnachmittag wollte der Ministerpräsident die Ergebnisse der Schalte vorstellen. Voraussichtlich trifft sich das Kabinett dann am Donnerstag erneut, um die Umsetzung der Beschlüsse zu beraten.

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