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Sachsen-Anhalt Tendenz bei Fahrraddiebstählen in Sachsen-Anhalt rückläufig

Ein Fahrrad mit gestohlenem Reifen und Sattel.

(Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa)

Mit dem Frühling kehren auch wieder mehr Fahrräder auf die Straßen zurück. Hochkonjunktur für Fahrraddiebe - könnte man meinen. Doch bislang ist ein exorbitanter Anstieg nicht zu sehen.

Halle (dpa/sa) - Die Zahl der als gestohlen gemeldeten Fahrräder ist in Sachsen-Anhalt zuletzt gesunken. Im vergangenen Jahr erfasste die Polizei in Sachsen-Anhalt 9001 Fahrraddiebstähle, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes mitteilte. 2020 und 2019 lagen die Zahlen noch jenseits von 10 000 Rädern. 2017 wurden knapp 13 000 Fahrräder als gestohlen gemeldet.

Zu dem Rückgang trugen aus Sicht des LKA unter anderem die Homeoffice-Regelungen während der Pandemie bei. Dadurch seien weniger Menschen mit dem Rad zur Arbeit gefahren, und es habe weniger Diebstahlmöglichkeiten gegeben, erläuterte der Sprecher. Auch die eingeschränkten Freizeitaktivitäten hätten in vielen Fällen dafür gesorgt, dass die Räder zu Hause blieben und somit ein Diebstahl unwahrscheinlicher wurde.

Für 2022 sehe er bislang keine Anzeichen für einen exorbitanten Anstieg an Fahrraddiebstählen, sagte der Sprecher. Es könne aber durchaus noch richtig losgehen. Insbesondere der immer größer werdende Anteil von teuren E-Bikes sei für Diebe attraktiv. Er rate daher den Besitzern dringend dazu, das Fahrrad zu versichern. Ein gutes Schloss sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

"Gelegenheit macht Diebe", sagte der Sprecher. Nicht immer seien die Diebe organisiert. "Bruder Zufall" schaffe häufig Gelegenheiten - beispielsweise unangeschlossene Fahrräder. Dabei ist das Wohnumfeld noch immer die häufigste Tatörtlichkeit. In mehr als der Hälfte der Fälle wurden die Räder entsprechend aus dem Hof, dem Hausflur oder dem Keller gestohlen. Danach folgten öffentliche Plätze und Straßen. Die Fälle an Bahnhöfen und Busstationen blieben im vergangenen Jahr verhältnismäßig überschaubar.

Zur Wahrheit gehört laut LKA aber auch, dass ein Teil der gemeldeten Räder zum Versicherungsbetrug als gestohlen gemeldet wurde. "Nach meiner Vermutung ist ein Großteil der Straftaten vorgetäuscht", sagte der Sprecher. Wie hoch der Anteil sei, lasse sich nicht nachverfolgen.

Quelle: dpa

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