Sachsen-AnhaltUmwelthilfe: Hitze-Schutz in Sachsen-Anhalt ausbaufähig

Schattige Parks machen die Hitze im Sommer erträglicher. Viel Beton bewirkt das Gegenteil. Wie viel Schutz Großstädte in Sachsen-Anhalt laut Umwelthilfe bieten.
Magdeburg/Berlin (dpa/sa) - In den großen Städten in Sachsen-Anhalt finden die Menschen laut Deutscher Umwelthilfe nicht ausreichend Schutz gegen Hitze. Im Vergleich zwischen Magdeburg, Halle und Dessau-Roßlau schnitt die Landeshauptstadt beim sogenannten Hitze-Check am schlechtesten ab. Deutschlandweit gibt es demnach allerdings nur wenige Städte mit besonders gutem Schutz.
Welche Faktoren führen zum Ergebnis?
Für den Check werden neben den Sommertemperaturen und der Bevölkerungsdichte einzelner Städte auch die Menge an Beton und Asphalt sowie die Zahl der schattenspendenden Bäume und Grünflächen mithilfe von Luftbildern in den Blick genommen. Es handelt sich somit um Schätzwerte, bei denen nicht alle Faktoren berücksichtigt werden. Neu gepflanzte Bäume gehen etwa weitgehend nicht in die Schätzung ein.
Während das baden-württembergische Offenburg im bundesweiten Vergleich am schlechtesten abschneidet, werden Kiel und Wuppertal im Hitze-Check am besten bewertet. Insgesamt sind unter den 195 Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern drei Kommunen aus Baden-Württemberg: Offenburg, Lahr und Mannheim, das beim Hitze-Check im vergangenen Jahr den letzten Platz belegt hatte. Seit damals wurde die Auswertung noch um zusätzliche Kriterien erweitert.
Wie viel ist versiegelt, wie viel bepflanzt?
Eine größere Rolle spielt seit diesem Jahr etwa die Frage, wie sich die Flächenversiegelung in den einzelnen Städten seit dem Jahr 2018 entwickelt hat und welcher Anteil der Gesamtfläche mit schattenspendender Vegetation bepflanzt ist. Bei der sogenannten Baumüberschirmung schneidet Offenburg besonders schlecht ab. Im Gegensatz dazu sind Potsdam, Oldenburg und Berlin in dieser Kategorie noch besser aufgestellt als der Gesamt-Spitzenreiter Kiel.
Hitzewellen sind weltweit aufgrund des Klimawandels intensiver und auch wahrscheinlicher geworden – das geht mit gesundheitlichen Risiken insbesondere für Ältere oder Vorerkrankte einher. Damit wird auch die Anpassung von Städten an diese Bedingungen wichtiger.