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Sachsen-Anhalt Versicherer ÖSA: Millionensummen für Extremwetterschäden

Versicherer ÖSA will zeitnah Online-Schadensmeldung anbieten. Foto: Jens Wolf

(Foto: Jens Wolf/dpa-Zentralbild/dpa)

Wenn es hagelt und stürmt, sorgen sich nicht nur Haus- und Autobesitzer um ihr Hab und Gut. Auch die Versicherer wissen dann, dass schnell die Schadensmeldungen in Millionenhöhe eintrudeln. Das gilt auch für die ÖSA - hebt sie bald die Beiträge an?

Magdeburg (dpa/sa) - Die Öffentlichen Versicherungen Sachsen-Anhalt (ÖSA) haben allein für dieses Jahr 11 Millionen Euro eingeplant, um bei extremen Wetterereignissen Schäden zu regulieren. Das sagte der ÖSA-Vorstand am Dienstag in Magdeburg. Der einzige Versicherer mit Hauptsitz in Sachsen-Anhalt müsse sich nicht nur auf häufigere Extremwetter wie Starkregen, Sturm und Hagel einstellen, sagte Vorstandschef Peter Ahlgrim. Aufgrund der seit Jahren steigenden Baupreise werde auch das Ersetzen eingetretener Schäden immer teurer.

Versicherte müssen Ahlgrim zufolge zunächst aber nicht mit höheren Beiträgen rechnen. Kurzfristige Erhöhungen seien nicht geplant, sagte Ahlgrim. Langfristig müssten die Beiträge hingegen durchaus angehoben werden. "Das werden alle Versicherer so machen." Die ÖSA meldet seit Jahren hohe Schadenssummen durch einzelne Unwetter.

Allein 2018 sorgte das Sturmtief "Friederike" gleich zum Jahresbeginn für 10 000 Fälle bei ÖSA-Kunden. Die Versicherung zahlte nach eigenen Angaben dafür 12,7 Millionen Euro aus. Insgesamt sprang die ÖSA bei knapp 60 000 Schäden ein und zahlte 80 Millionen Euro aus, hieß es.

Besonders teuer seien für Versicherer wechselhafte Wetterlagen. "Hin und her macht die Kasse leer", zitierte ÖSA-Vorstandschef Ahlgrim eine alte Weisheit der Branche. Das sei etwa bei mehreren Tagen Hitze der Fall, die von heftigen Gewittern abgelöst würden. Dieses Jahr sei Sachsen-Anhalt verschont worden, vor allem deshalb weil der Brocken heranziehende Gewitter abgelenkt habe.

Im vergangenen Jahr zahlte die ÖSA hingegen von 100 Euro eingenommener Beiträge 99,5 Euro wieder zur Regulierung von versicherten Schäden aus. Zudem konnte der öffentlich-rechtliche Anbieter, der zur Sparkassen-Gruppe gehört, mehr Verträge abschließen. Erstmals im 27-jährigen Bestehen verwaltete die ÖSA mehr als eine Million aktiver Policen.

ÖSA-Kunden sollen ihre Daten künftig auch online verwalten und sogar Unfall-, Unwetter- oder Diebstahlschäden über ein Internetportal melden können. Das Angebot solle zeitnah starten, hieß es. Bereits eingerichtet sei ein elektronisches Postfach, das den Postweg ablöst.

Knapp 300 Millionen Euro nahm sie an Beiträgen ein, ein Plus von 1,8 Prozent. Damit wachse die ÖSA schneller als der Markt, sagte Ahlgrim. Wie das zu erklären ist? Das liege daran, dass die ÖSA als Rundumversicherer in Sachsen-Anhalt vor Ort sehr präsent und verankert sei. Gut 300 Mitarbeiter habe die ÖSA und wolle diese Zahl auch langfristig stabil halten. "Regional ist das neue Bio, das gilt auch für Versicherungen."

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