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Sachsen-Anhalt Wahlforscher: Mehr Wähler müssen wieder neu überzeugt werden

Everhard Holtmann, Politikwissenschaftler an der Universität in Halle. Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/dpa

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Halle (dpa/sa) - Sichere Hochburgen gibt es nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Everhard Holtmann in Sachsen-Anhalt für keine Partei mehr. "Parteienhochburgen sind im Land faktisch nicht mehr existent", sagte Holtmann der Deutschen Presse-Agentur. Sie hätten sich längst aufgelöst, "nicht zuletzt seitdem die AfD entsprechend aufgetreten ist". Die Konsequenz sei: "Die Unwägbarkeiten sind für die Parteien, wenn man das in längerfristigen Zeiträumen sieht, größer geworden."

Der Anteil der Wechselwähler sei stetig gestiegen, sagte Holtmann. "Das ist eine Herausforderung für die Parteien. Das heißt, es gibt keine ideologischen oder durch soziale Bindungen traditioneller Art gefestigte Parteibindungen, sondern ein wachsender Teil der Wählerinnen und Wähler muss bei jeder Wahl neu überzeugt werden". Generell seien Hochburgen aber in der Bundesrepublik vor 1990 deutlich ausgeprägter gewesen als nach 1990 in Ostdeutschland.

Neue Parteienhochburgen können sich laut Holtmann aber durchaus bilden. Für die 2016 erstmals bei einer Landtagswahl in Sachsen-Anhalt angetretene AfD könne man das noch nicht beurteilen. Erst wenn eine Partei bei mehreren aufeinanderfolgenden Wahlen ihre dominante Stellung festige oder ausbaue, spreche man von einer Hochburg. Er schaut dabei auf die Direktmandate.

© dpa-infocom, dpa:210509-99-525677/2

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